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Ludolf (`Lüdeke') Busse genannt. Pagendarm

Er war Sohn des Cordt Busse genannt. Pagendarm (siehe unter Cordt Busse genannt Pagendarm ) . 1462 verkauft er das Gut Boesfeld, gemeint ist das Hennekenhaus, mit seinem alten und neuen Zubehör im Kirchspiel Rheda an die Stadt Rheda 1 Dieses Gut hatte erst sein Vater Cord erworben, eventuell hat sich die Familie mit dem Kauf des Gutes finanziell übernommen. Der Name Bosfeld deutet die schlechte Bodenqualität der Gegend an. Somit war das Gut wohl nicht sehr ertragreich. Vermutlich, hatte Cord angestrebt das Gut zu einem ritterlichen Landsitz auszubauen. Zu dem Gut gehörten eigenbehörige Höfe. Da das Gut in älteren Urkunden Hennekenhaus genannt wird, später doch immer häufiger die Bezeichnung Gut anzutreffen ist, kann man vermuten, daß der Besitz ausgebaut, wahrscheinlich auch befestigt wurde. Ludolf wendet sich einem Leben im Wiedenbrücker Patriziat zu. Bis 1479 fließt aus dem Gute Ludecken Pagendarms eine Geldrente genannt das Bockrad 2 .1467 wird er als Ratsherr in Wiedenbrück genannt 3 , 1474 als Bürgermeister 4 , 1494 als Lohnherr (Sadtkämmerer) 5 . Der endgültige Verkauf von Gut Boesfeld erfolgt erst 1497. Die Verkaufsurkunde ist noch mit dem Siegel von Ludeke und dem seinem Sohn Claes versehen. Er wohnt 1498 in Wiedenbrück an der unteren Langenstraße 9 neben Johann Schlato und Otto Barkey 6 . Die Herkunft seine Frau Styne ist nicht bekannt. Zu suchen ist sie wohl in erster Linie um Umfeld der Familien Hachmeister 7 oder v. Judden.

Ehe: Christina (` Styne') NN, genannt. 1462 8 .

Kinder: 9

1) Johannes Busse genannt Pagendarm, *ca 1470, +nach 1530 (siehe unter Johannes Busse genannt Pagendarm. )

2) ( Jodocus) ` Konrad', *ca 1470, +1533. (siehe unter (Jodocus) `Konrad' Busse genannt Pagendarm )

3) Claus, (siehe unter Claus Pagendarm ) .

4) Gertrud Pagendarm, oo Johann von Hövel 10 [= Huvelt 11 Hens], Ratsherr in Wiedenbrück 1502.

5) (?)Elisabeth Pagendarm, genannt 9.8.1531 als Witwe, 12 oo Henrich Nelling genannt Rosinck, Stadtrichter in Wiedenbrück 1507-26.

6) Paul, (siehe unter Paul Busse genannt Pagendarm )

Siegel des Ludecke Pagendarm 1497


1. Flaskamp , Franz Xaver, Hennekenhaus und Bosfeld, Ein Beitrag zur westfälischen Hofes- und Familiengeschichte, 69. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld, 1974 nach StA Münster Dep Stadt Rheda, Urk. Nr.8 vom 9.Mai 1462. Dort heißt er Ludeke Busse anders geheten Pagendarm., seine Frau Styne, sein Gut geheten Boesvelde, mit alten und neuen! Zubehör im Kirchspiel Rheda. Am Ende der Urkunde heißt er Ludeken Pagendarm In einer zweiten Urkunde am gleichen Tag heißt er Ludeken Bussen genohmt Pagendarm. wieder ist vom Gude to Boesvelde die Rede. Auch Urk. Nr. 9 vom 2. Jan 1468 (hier schreibt man Lüdeke Paghendarm und Urk. Nr.13 vom 10.Nov. 1497. (hier: Ludecke Pagendarm, Borgermester von Wiedenbrück, seine Kinder Claes, Conradus und Gertrut. Sie siegelt mit dem Siegel ihres Mannes Huvelt Hens, unse Erve unde Guet Hennecken-hues to Boesfelde edder Pagendarmes-Kempe myt alle siner Rechticheyt unde Tobehoringe, so dat in Holte, in Velde in Torve in Twige unde mit aller Slachternut

2. nach Schmidt-Czaia , Bettina, Das Kollegiatstift St. Aegidii et Caroli Magni zu Wiedenbrück: (1250 - 1650), Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, 1994. (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen; 33) Zugl.: Münster, Univ., Diss., 1992 Anm.946 in StA Münster Grafschaft Rietberg Urk. Nr.453

3. Nach Flaskamp , Franz Xaver, Hennekenhaus und Bosfeld, Ein Beitrag zur westfälischen Hofes- und Familiengeschichte, 69. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld, 1974, S.11, Dep. Stadt Wiedenbrück, Urk. 64 vom 5.Juni 1467

4. Nach Flaskamp , Franz Xaver, Hennekenhaus und Bosfeld, Ein Beitrag zur westfälischen Hofes- und Familiengeschichte, 69. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld, 1974 S.11 In: StA Münster, Dep. Stadt Rheda, Urk. 13 (10.Nov.1497, Rietberger Urk. 531 vom 15. Jan. 1499, Hamelmann, Opera S.641). Auch W. Tecklenborg, das mittelalterliche Stadtbuch von Wiedenbrück 1480, erwähnt ihn als Bürgermeister, auch nach Schmitz-Caia, S.254 in Urk. 9 Pfarrarchiv Wiedenbrück im Archiv d. Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn

5. Nach Flaskamp , Franz Xaver, Hennekenhaus und Bosfeld, Ein Beitrag zur westfälischen Hofes- und Familiengeschichte, 69. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld, 1974 S.11, Dep. Stadt Wiedenbrück, Urk. 105 vom 4. April 1494

6. Nach Flaskamp , Franz Xaver, Hennekenhaus und Bosfeld, Ein Beitrag zur westfälischen Hofes- und Familiengeschichte, 69. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld, 1974, S.11, StA Münster, Dep Stift Wiedenbrück, Urk 22 vom 28. Aug.1498

7. zur Familie: Spießen, Max v. , Wappenbuch des westfälischen Adels, Görlitz, 1903, S.62f.; Hachmeister, Georg, Geschichte des Geschlechts Hachmeister, Selbstverlag, Teterow, ohne Jahr

8. ebenfalls Flaskamp , Franz Xaver, Hennekenhaus und Bosfeld, Ein Beitrag zur westfälischen Hofes- und Familiengeschichte, 69. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld, 1974 nach StA Münster Dep Stadt Rheda, Urk. Nr.8

9. FFlaskamp, Franz Xaver, Hennekenhaus und Bosfeld, Ein Beitrag zur westfälischen Hofes- und Familiengeschichte, 69. Jahresbericht des Historischen Veriens für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld, 1974 S.11-12. Siehe auch Detmer, Heinrich , Hermann Hamelmanns Geschichtliche Werke. - Kritische Neuausg. Münster, Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Provinz Westfalen, 1902, Bd. 1: Schriften zur niedersächsisch-westfälischen Gelehrtengeschichte, 1908. 3: Illustrium Westphaliae virorum libri sex ; Dort S.206: M. Conradus Pagendarmius aus Wiedenbrück, Rechtsgelehrter und Advokat in Werl. mit Bruder Joannes Pagendarmius, Praepositus in Overkerken. [in Fußnote:] Johannes ist 1507 Diener von Bernard VII von Lippe ( Preuss , Otto, Falkmann , A. Lippische Regesten aus gedruckten und ungedruckten Quellen Lemgo 1860 Bd.4 Nr. 2742 auch 2866a), 1516 Pastor in Blomberg, 1517-23 Probst (1520 Archediakon) in Obernkirchen ( Wippermann , C.W., Urkundenbuch des Stifts Obernkirchen in der Grafschaft Schaumburg, Rinteln, 1855) Preuß-Falkmann Nr. 3139). Hier heißt er Johann Busse genannt Pagendarm. 3. Bruder Paul war Bürger in Lemgo, 1512 erwähnt ( Preuss , Otto, Falkmann , Nr. 3003) und 1564 ( Hamelmann, Hermann, Opera Genealogico-Historica, De Westphalia et Saxonia Inferiori, Accessit vita Hamelmanni, cum indice sufficientissimo / in unum volumen congesta ab Ernesto Casim. Wasserbach, Lemgoviae : Meyerus, 1711, De Quibusdam Westphaliae Viris Scientia claris, qui, Explosa Barbarie, puritatem Romanae linguae toti Germaniae attulerunt, Oratio, Quae etiam laudem Westphalorum continet / Auctore Herm. Hamelmanno ...Abdr. d. Ausg.: Lemgoviae 1563 S.641)

10. Johan van Hovel et uxor erwähnt im mittelalterlichen Stadtbuch von 1485, Tecklenborg , Walther (Hrsg), Das mittelalterliche Stadtbuch von Wiedenbrück (c. 1480) , Münster, 1947

11. Deutet der Name Huvelt auf Hunevelt hin? Im Kalandsbuch taucht ein Bernhardus Hunevelt, Kanoniker aus Schildesche auf. ( Flaskamp , Franz Xaver , D ie Kalandsbruderschaft zu Wiedenbrück 2.Teil, Anm. 94 in: Beitr. z. westf. Familienforschung 8, 1949, S.30) oder Rembert Hovel (angeblich Bürgerbuch 1549 Jahr paßt nicht)

12. Schmidt-Czaia , Bettina, Das Kollegiatstift St. Aegidii et Caroli Magni zu Wiedenbrueck : (1250 - 1650), Verein fuer Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, 1994. (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen ; 33) Zugl.: Münster, Univ., Diss., 1992, S.306 Anm.1335.