Johann Pagendarm d.Ä., Sohn des Konrad Busse genannt Pagendarm (siehe unter (Jodocus) `Konrad' Busse genannt Pagendarm ) u.d. Margareta Volmari 1 . Er war Kirchenprovisor, Ratsherr 1549 2 und Richter in Wiedenbrück 1551 und 1563 3 Er war Mitglied im Kaland. Er wird genannt als Lohnherr 1564-71 und Bürgermeister 4 1573-84. Der Wiedenbrücker Rat war ein 12-köpfiger Erbrat, d.h. der jeweils neue Rat, wurde am Anfang des jahres von alten bestimmt, wodurch die ratssässigen Familien ihren kontinuierlichen Einfluß sicherten. Er setzte sich aus zwei Bürgermeistern, (consules), zwei Lohnherren (camerarii) und acht Ratsherren zusammen. Die aus der ratsässigkeit resultierenden Titel wurden in der Regel auch dann weitergeführt, wenn das Amt nicht weiter ausgeübt wurde. Die Ernennung zum Stadtrichter erfolgte durch den Rat auf Lebenszeit. Sie setzte eine juristische Bildung voraus . Er war Vormund der Anna Volmari, Witwe Christian Wippermanns, die eine Schwester seiner Schwägerin Margarete Volmari war 5 . Er verkauft den Antonius-Armen eine jährliche Rente aus seinem Haus und Hof im Langenbrückenpfortenhof neben der Witwe Dirich Hülsei am Orde gelegen, wird mit dem Burgmannslehen 1534 und 1561 6 belehnt, 1566 mit dem Lindemanns Gut in Batenhorst zum Mitbehuf des Christian Wippermann als Erben des verstorbenen Otto Volmari belehnt, 7 Der Hof war auf dem Wege der Erbschaft zunächst von Hermann Hachmeister an Otto Volmari und adnn zu gleichen teilen an Konrad Wippermann und Johann Pagendarm gekommen. Dieser verkaufte seinen Anteil wohl an die Wippermanns. 1581 wird dann Christian Wippermann mit dem Lindemannshaus belehnt, das zuvor Johann Pagendarm gehört hat, 8 . 1558 siegelt er einen Vergleich der Gräfin Anna zu Tecklenburg mit dem Kloster Clarholz 9 . Im Kalandsbuch wird er 1573 als Richter und Stadtkämmerer erwähnt 10 Wiedenbrück 6.3.1586, 11 oo [um 1530/40] Christina Hemsel, 12 genannt 1549-94, im Wiedenbrücker Kaland, 13 genannt 1594 als Witwe im Morgenkornregister, 14 [nach 1620] 15
1) Conrad, (siehe unter Conrad Pagendarm, S.d. Johann Pagendarm u.d. Christina Hemsel )
2) Walram, (siehe unter Walram Pagendarm ) .
3) Johann d.J., (siehe unter Johann Pagendarm d.Jüngere ) .
4) Sidonia Pagendarm (siehe unter Sidonia Pagendarm ) , oo Veit Neuhaus, genannt 1594 im Morgenkornregister, 16 Bürgermeister in Rheda, [nach 1594].
5) Anna Pagendarm (siehe unter Anna Pagendarm, Frau d.Hans Petersen ) , oo Hans Petersen, bürgert in Wiedenbrück 1573 ein, Ratsherr in Wiedenbrück., geschatzt 1599 im Langenbrückenpfortenhof auf 1 Thaler, 17 (er o-o NN) 18 .
6) Margareta Pagendarm (siehe unter Margareta Pagendarm ) , geschatzt 1599 als Witwe im Langenbrückenpfortenhof auf 1 Thaler, 19 oo I Hermann Hachmeister 20 , genannt 1594 im Morgenkornregister, 21 [vor 1599]; oo II Henrich zum Bockel, bürgert in Wiedenbrück 1599 ein. 22
Siegel des Richters Johann Pagendarm, vom 30. Nov. 1501
Eine vom Richter Johann Pagendarm gesiegelte Urkunde
2. Nach Flaskamp , Franz Xaver , D ie Kalandsbruderschaft zu Wiedenbrück 2.Teil, in: Beitr. z. westf. Familienforschung 8,1949, S.46 in der Bügerlist 1549 unter den ratsleuten mit Frau Christine erwähnt, Flaskamp , Franz Xaver [Hrsg.], Die Bürgerlisten der Stadt Wiedenbrük / Franz Xaver Flaskamp [Hrsg.], T 1: Stadtbuch 1480 bis 1541. Bürgerbuch 1549 bis 1730 ; Rheda, 1938, (Quellen und Forschungen zur Natur und Geschichte des Kreises Wiedenbrück ;37)
3. Nach Flaskamp , Franz Xaver , D ie Kalandsbruderschaft zu Wiedenbrück 2.Teil, in: Beitr. z. westf. Familienforschung 8,1949, S.46 in: Wiedenbrücker Urkunden 230 u. 242, Sein Siegel von 1558 zeigt das wappen mit 3 Blättern (eingesehen und berichtet von Christian Loefke, persönliche Mitteilungen.
4. Erwíhnt im mittelalterlichen Stadtbuch 1582, Tecklenborg , Walther (Hrsg), Das mittelalterliche Stadtbuch von Wiedenbück (c. 1480) , Münster, 1947. Nach Flaskamp , Franz Xaver, Das westf.älische Patriziergeschlecht Wippermann, Westfälische Zeitschrift, 110 (1960) S.249-270, S.251 in Wiedenbr. Urk. 277 f. 1574/76
5. Nach Schmidt-Czaia , Bettina, Das Kollegiatstift St. Aegidii et Caroli Magni zu Wiedenbrueck : (1250 - 1650), Verein fuer Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, 1994. (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen ; 33) Zugl.: Münster, Univ., Diss., 1992., Anm. 1270 in Pfarrarchiv Wiedenbr. Urk. Nr. 32 im Archiv d. Erzbischh. Generalvikariats paderborn.
6. Nach König, Joseph, Das Fürstbischöflich-Osnabrückische Amt Reckenberg, in seiner territorialen Entwicklung und inneren Gestaltung, Dissertation, Münster, 1939, S.200, Belehnung durch Bischof Johann v. Osnabrück,in: Urk. d. St. Wiedenbr. 164, König, S. 210 StA Münster Urk.d. St. Wiedenb. Nr.287a, incl. Velenberg, steinwerkskamp, Wiese, fischerei, siehe auch: Osnabrückisches Lehnregister mit dem Lehnbucke von 1561 in Mitt. d. hist. Vereins zu Osn. 3. Jg. 1853, S.174-176 " Johan pagendarm zu Widenbrück ist b. u.g.Lt. Mit dem Borglehen zum reckenberge Steinwerkskampen wischen und vifscherien mit aller Zubehörung wo die gelenen."
7. [Archiv der Münsterkirche Herford, Kopiar]: Mit dem Gut werden später Christian Wippermann d.J., dann dessen Sohn Dr.jur. Conrad Wippermann, Paderborner Kanzler, und danach Elmerhaus v. Haxthausen, Erbgesessener zu Außel, belehnt. (siehe auch König, Joseph, Das Fürstbischöflich-Osnabrückische Amt Reckenberg, in seiner territorialen Entwicklung und inneren Gestaltung, Dissertation, Münster, 1939, S.235). Das Gut war von den Hachmeister an die Volmari gekommen/
8. Nach Schmidt-Czaia , Bettina, Das Kollegiatstift St. Aegidii et Caroli Magni zu Wiedenbrueck : (1250 - 1650), Verein fuer Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, 1994. (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen ; 33) Zugl.: Münster, Univ., Diss., 1992. in StAMs Kollegiatsstift Wiedenbrück U.Nr.294, 27.6.1581 Belehnung durch die Herforder Äbtissin, Stadt A. Rheda Wiedenbrück U.Nr. 165 vom 16.4. 1523, darin eine Urk. vom 6.10.1561 Belehnung mit Haus Lintlo. Daher johann als Herforder vasall.
9. Nach pers. Mitteilung von Christian Loefke. Information mit unklarer Quellenangabe aus dem Nachlaß von K.G.von.Recklinghausen im StA Detmold
10. Flaskamp , Franz Xaver , D ie Kalandsbruderschaft zu Wiedenbrück 2.Teil, in: Beitr. z. westf. Familienforschung 8,1949 S.13
11. Schmidt-Czaia , Bettina, Das Kollegiatstift St. Aegidii et Caroli Magni zu Wiedenbrueck : (1250 - 1650), Verein fuer Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, 1994. (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen ; 33) Zugl.: Münster, Univ., Diss., 1992., S.307 Anm.1327: StAM, Kollegiatsstift Wiedenbrück - Akten 36, letzte Seite. Aber laut Flaskamp , Franz Xaver , D ie Kalandsbruderschaft zu Wiedenbrück 2.Teil, in: Beitr. z. westf. Familienforschung 8,1949, S.46 hat er noch 1591 eine Beleidigungsklage gegen Christian Wippermann jun.
12. In der Literatur wird häufig ihr Name mit Volmari angegeben, aber schon Flaskamp hat darauf verwiesen, daß die Abstammung von Otto Volmari nur über die Mutter des Johann d.Ä. gehen konnte. Ihr Zugehörigkeit zur Familie Hemsel ergibt sich aus StAM, Stift Wiedenbrück, Urk. 292 (29.11.1579). Wahrscheinlich war sie eine Schwester des Vikars Stephan Hemsel (Schmidt-Czaia, Kollegiatsstift, V52) der auch eine Vikarie in Paderborn hatte und Primissär des Busdorfstiftes war. Beide waren wahrscheinlich Geschwister des Roleke Hemsel. Ein entfernter Vetter des Vaters von Johann Pagendarm ist Conrad Busse, Dekan in Busdorf und Stifter.
13. Flaskamp , Franz Xaver , D ie Kalandsbruderschaft zu Wiedenbrück 2.Teil, in: Beitr. z. westf. Familienforschung 8,1949 , S.24. Anm.300 falsch, (Christine Volmari) von Flaskamp später auch berichtigt.
14.
StAM, Fürstbistum Osnabrück - Zentralbehörden 437 [unpag., Bl.17r]: Wittib
Pagendarmb --- 4
Auß dem
Schutter Kampe Hinter
S.Viti Zwischen F.G. und Walraven Pagendarmbs lande belegen".
15. Nach Schmidt-Czaia , Bettina, Das Kollegiatstift St. Aegidii et Caroli Magni zu Wiedenbrueck : (1250 - 1650), Verein fuer Geschichte und Landeskunde von Osnabrück, 1994. (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen ; 33) Zugl.: Münster, Univ., Diss., 1992, Anm 1344, nach StA Rheda-Wiedenbrück Urk.Nr. 318c vom 15.101620
16.
StAM, Fürstbistum Osnabrück - Zentralbehörden 437 [unpag., Bl.17r-17v]: Veitt
Newehaus ---4 mudde.
Auß seinem Kampe die
Kesse(?) genantt bej F.G. lande ins Oesten unnd Heinrich
Preckeverings(!) lande ins Westen belegen".
17. Loefke , C., Rauchschatzung der Stadt Wiedenbrück vom 1599, Schatzungslisten aus dem Amt Reckenberg Heft 1, Dortmund 1996, Nr.41.
19. Loefke , C., Rauchschatzung der Stadt Wiedenbrück vom 1599, Schatzungslisten aus dem Amt Reckenberg Heft 1, Dortmund 1996, Nr.55, genannt als Witwe Hachmeister ohne weitere Vor- oder Hausnamen.
20. Sohn des Otto Hachmeister und der Margarethe von Berninghausen. Nachdem die Pagendarm bereits über die Volmari mit den Hachmeister verwandt waren ergibt sich hier nun mindestens eine zweite Verbindung der Familien. Eltern von Otto Hachmeister waren der Burgmann Cordt Hachmeister und dessen Frau Margarethe von Senden
21.
StAM, Fürstbistum Osnabrück - Zentralbehörden 437 [unpag., Bl.16v]: Herman
Hachtmeister --- 7
Davonn gehen --- 3 mudde auß einem Kamp an der
Kalckrieser strassen, vorgenoten Herman
Kemper und Heinrich von
Camen. Noch auß einem Kleinen Kampe bej derselben strasse --- 1 mudde, vorgenoten Benedict
Kantengießer(!) unnd Heinrich von
Camen. Ferner --- 1 mudde auß einem Kampe zwischen
Limbergs Deiche und Otten
Poppen Kampe belegen. Weiter --- 2zwischen Johan
Pfortners unnd Johan
Wineken lande, auß der
Newen Pforten belegen".




