6. Wiedenbrücker Generation

Diese Generation, wie auch die folgende erlebte in Wiedenbrück die Ereignisse des 30-jährigen Krieges. Dieser ist gekennzeichnet durch die Belagerung der Stadt durch Graf von Anholt 1623 mit 2000 Mann. Nach kurzer Beschiessung wurde die Stadt übergeben. Die Besetzung war nur von kurzer Dauer. 1626 treffen die ersten dänischen Truppen Christians des IV. ein. Unter Caspar von Oer nähern sie sich am 15. zum 16. März nachts unbemerkt der Stadt und können unbehelligt durch die Langenbrückenpforte einziehen. Nach kurzer Zeit im Juni jedoch beginnt eine 20-jährige Besetzung mit Truppen der katholischen Liga unter Graf Johann v. Anholt.q Die Rückeroberung des Fürstbistums Osnabrück durch die Truppen Kaiser ferdinands II beginnt. Im Sommer 1626 wird der lutherisch Prinz Friedrich von Dänemark als Bischof abgesetzt und Franz Wilhelm Graf von Wartenberg übernimmt zunächst auf der feste reckenberg vor Wiedenrück die fürstbischöfliche Herrschaft. In den folgenden Jahren werden weitere Kirchspiele zurückerobert. Später als die Schwedenunter Köniog Gustav Adolf sich an die Eroberung Westfalens machten Hat Franz Wilhelm von Wartenberg sich wieder auf die Burg Reckenberg zurückziehen müssen (1644-45). 1632 liegen 1 Tilly'scher Fähnrich mit 100 Musketieren in der Stadt als sich die Bürger gegen weiter Besetzung auflehnen. Es gibt einen Toten und Verwundete. 1636 werden Plündereien unter Oberst Kettler berichtet und 1641 zwei gescheiterte Überfälle der Lippstädter. Der Kommandant Wiedenbrücks, Oberstleutnant de Neumont überfiel Rinteln 1644 und Paderborn 1646 mit 300 Reitern und 800 Soldaten. Am 21. Juni 1647 begann die Belagerung durch die Schweden, die später die Befestigungen der Stadt schleiften1. Eine Augenzeugenschilderung mancher Ereignisse dieser Zeit enthält die Kothe'sche Familienchronik2

Der dänische Einfall brachte auch mit sich, daß der Militärgeistliche Jakob Veltmann in der Aegidienkirche lutherisch predigte, was der Reformation Vorschub leistete, da es bei der Bevölkerung auf fruchtbaren Boden fiel.

Unter der ligistischen Besatzung mußten die Bürger 70 Pferde versorgen. Die Stadt verarmte.

Aus der Kothe'schen Chronik erfahren wir auch über einen Sturm im Jahre 1660, der manches Haus abgedeckt hat und durch umgestürzte Bäume die Straßen unpassierbar machte. 1661 kam es in der Grafschaft Rietberg zu Hexenverbrennungen denen 23 Menschen zum Opfer fielen. Im Herbst 1669 grassiert die Rote Ruhr in der Stadt3

Bernhard Pagendarm

Anna Pagendarm, Frau d. Gerdt Kahlefeld

Hermann Pagendarm genannt Walrab

Cordt Pagendarm genannt Walrab

Christina Pagendarm

Heinrich Pagendarm

Henrich Pagendarm

Conrad Pagendarm

Jorgen Pagendarm

Otto Pagendarm, S.d. Johann d.J.

Steffen Pagendarm


1. Flaskamp , Franz Xaver , Wiedenbrück vor und während des 30-jährigen Krieges. Flaskamp , Franz Xaver , Die Dänen in Wiedenbrück, Ravensberger Blatter 53 H.5, 1953 S.45 f.

2. Flaskamp , Franz Xaver , Die Chronik des Ratsherren Andreas Kothe. Eine Quelle zur Geschichte im Zeitalter des 30-jährigen Krieges (Quellen und Forschungen zur westfälischen Geschichte 90) Gütersloh 1962

3. Flaskamp , Franz Xaver , Zur älteren Kirchengeschichte des Kreises Wiedenbrück, Westfälische Zeitschrift, 107, 1957, S. 367-393, hier S.377