Der erste Pagendarm, der in Beverungen auftaucht, ist der Pfarrer Johannes Pagendarm. Stammtafeln (vermutlich verfaßt von Karl Pagendarm, Köln) vermuten ihn als Sohn v. Conrad Pagendarm und Anna Nopel. Ch. Loefke hält diese Abstammung für unwahrscheinlich. Über Johannes erfahren wir einiges bei Giefers1 und Günther2. Beide Beschreibungen basieren hauptsächlich auf der Beschreibung der Stadt von Grothus3, die Johannes als Gegenreformator schildert, der die zur Luthertum gewechselten Beverunger zurück zur katholischen Kirche führt. Während des 30-jährigen Krieges brennt Beverungen fast vollständig ab. Johannes verbringt seine letzten Jahre in einem Schuppen, wo er mit einer Nichte wohnt, die ihm den Haushalt führt. Er wird im Chor der Kirche zu Beverungen begraben.
Über seinen Werdegang als Kleriker erfahren wir mehr bei Hengst4. 1606 war er Mitglied der Marianischen Kongregation in Paderborn5. Dies bedeutet, daß er Jesuit war. Die Matrikel des Paderborner Gymnasiums weisen ihn eindeutig als aus Wiedenbrück stammend aus. Am 12.3.1614 wurde er auf die Pfarrstelle in Rheder bei Brakel präsentiert6. Am 16.2.1618 bestellt er seine Exekutoren als Pfarrer in Rheder7. Am 7.8 des gleichen Jahres erhält er als Pfarrer in Rheder die Provision für die Pfarrstelle in Beverungen8, wofür er zuvor am 5.7.1618 eine Geldsumme entrichten muß9. 1619 dann ist er bereits Pfarrer in Beverungen10. 1625 tritt er als Beverunger Pfarrer in den Kaland zu Brakel ein11. |1638 in Beverungen. Sein Testamentsverwalter12 wird der Wiedenbrücker Rektor Johann Hölscher, der ebenfalls das Paderborner Jesuitengymnasium besucht hatte13. Dessen einziges Kind, die Tochter Merge lebt als Klosterfrau in Beverungen.
Ausschnitt aus den Matrikellisten des Paderborner Jesuitengymnasiums
Joes Pagendarm Widenburgensis Humanistae
2 Seiten aus der Grothaus'schen Beschreibung der Stadt Beverungen mit den Angaben zum Pfarrer Johannes Pagendarm



