Flaskamp 1 vermutet als Vater des ersten Wiedenbrücker Pagendarm einen Ludolf Busse genannt. Pagendarm aus Paderborn. Sein Hinweis auf das angebliche Siegel dieses Ludolf Pagendarm, wiedergegeben in Westfälische Siegel Bd. 4 Tafel 257 ist allerdings irreführend. Das dort abgebildete Siege zeigt die Umschrift "Sigillum Ludolphum Bussen". Das Siegel zeigt ein Wappenschild mit einem Helm mit Kolbenstab als Schildbild. Ein ähnliches Siegel führt auch der Knappe Hermann Busse, der ebenfalls Besitz in der Nähe von Wiedenbrück erwirbt2. Obwohl hier noch einige Unklarheiten bestehen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser Ludolf Busse der Vater von Cord Busse genannt Pagendarm. Es scheint jedoch keinen Hinweis zu geben, daß er bereits den Namen Pagendarm führte, so daß man annehmen kann, daß die Verbindung zu der vermutlich Lippstädter Familie Pagentan erst unter seinem Sohn Cord zustande kam.
Ludolf Busse, (* zwischen 1300 und etwa 1330, +nach 1402) eventuell. erwähnt in einer Urkunde vom 12.2.1325 als Johanniter in Brune3. Sein Siegel von 1362 ist erhalten4. Er tritt 1402 als Gograf auf. Ludolf kann mit einiger Wahrscheinlichkeit identisch sein mit Ludolf II v. Busse (siehe unter Ludolf v. Busse ) aus der Warburger Ratsherren- und Gutsherrenfamilie Busse. Dessen Vater war Richter in Warburg. Das Gografenamt ist ein geistliches Richteramt. Sein Bruder Conrad saß auf Gut Dalheim, dessen Sohn Conrad war der bekannte Dekan des Busdorfstiftes in Paderborn (siehe unter Conrad Busse ). Diese Familie Busse dokumentiert Heidenreich über 5 weitere Generationen zurück bis Mitte des 13. Jahrhunderts. Über Heiraten mit den adligen Familien Brakel und Amelunxen ergeben sich Ahnen aus dem deutschen Uradel. Die Familie Amelunxen hatte ebenfalls Besitz in Wiedenbrück. Die Mutter oder Stiefmutter von Ludolf II. Busse war (lt. Heidenreich) Oleke v. Judden (erwähnt 1355). Von der adligen Drostenfamilie zu Rheda v. Juden (de Yode) kauft 1442 der vermutete Sohn des Wiedenbrücker Ludolf Busse, Cordt Busse genannt. Pagendarm das Gut Hennekenhaus. Ludolf II Busse hatte laut Heidenreich einen Onkel Hermann Busse (siehe unter Ludolf v. Busse ). Dieser ist erwähnt 1355 als Sohn des Ritters Ludolf I Busse (*etwa 1295, von 1337-1363 Ritter5). Dieser Hermann sollte identisch sein mit dem Knappen Hermann Busse, der 1406 die Tegelkuhle bei Wiedenbrück verkauft6.
Ende des 14. Jahrhunderts werden Paderborn und Warburg wiederholt von Pestepidemien heimgesucht denen auch viele Angehörige der in den Städten lebenden Ministerialen und Rittergeschlechtern zum Opfer fallen. Auch die Busse gelten Mitte des 15. Jahrhunderts als ausgestorben7. In der Folge gelang es in beiden Städten Familien in die Reihen der Ratsfähigen Geschlechter aufzusteigen, denen dieses vorher vorenthalten geblieben war. In der folge Namen die Differenzen zwischen der Burgerschaft und den alten Ratsgeschlechtern zu. Einige Familien verließen in dieser Zeit die Städte und zogen ein Leben auf ihren Landsitzen vor. Auch die Busse, die sowohl Landgüter besaßen als auch im Rat der Stadt Warburg und in der Ministerialität des Paderborner Bischofs mag dies Anlaß für Abwanderung und Erwerb von Landbesitz im Raum Rheda und Wiedenbrück gewesen sein.
1) Cordt *um 1400, +nach1442.(siehe unter Cordt Busse genannt Pagendarm )
Ansicht Wiedenbrücks nach Merian
1. Nach Flaskamp , Franz Xaver, Hennekenhaus und Bosfeld, Ein Beitrag zur westfälischen Hofes- und Familiengeschichte, 69. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld, 1974 S.10 Anm. 21 in: Ilgen , Theodor, Die westfälischen Siegel des Mittelalters, Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. - Münster, Heft 4: Die Siegel von Adligen, Bürgern und Bauern, 1894-1900, S.13 und Tafel 257 (4).
5. Westfälische Zeitschrift , Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde / hrsg. von dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Bd. 41 II S.172 (1883)
7. Westfälische Zeitschrift , Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde / hrsg. von dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Bd.40II (1883) S.144, Wilhelm Spanken, Manuskripte des Domscholasters v. Engelsheim Dort auch ein Hinweis auf einen an der Pest verstorbenen Busse v. Asseborg. " In düssen sticht sint by lüde levende inwendich hundert jaren düsse nabesrevene slechte vorstorven: ...de Büssen ..Dit al ergenant weren alle ritter und knechte unde vel groter solger lüde und sint nu deger al an namen, wapen un guden vergan".



