Samstag 05 August 2006
Vorbereitungen und Anreise
Schon lange habe ich auf diese Gelegenheit gewartet. Mit der Enduro durch die Westalpen - Schotterstraßen bis zum Abwinken - Auf das Dach Europas!
Alles ist vorbereitet soweit die Zeit es erlaubte. Im Gepäck liegt der Alpenstrassenführe von Denzel. Viele Abende hab ich im Internet die Berichte anderer Motorradfahrer studiert, GPS-tracks heruntergeladen und alles zu einer Overlaykarte verarbeitet, die jetzt in meinem Garmin steckt. Die alte XT350 hat eine Halterung und Stromversorgung für das Navi erhalten. Die Wettervorhersage läßt auf Sonne hoffen. Das Wohnmobil hat noch schnell eine neue Batterie bekommen.
Mein Sohn und ich haben 14 Tage Zeit für ein gemeinsames Abenteuer. Die Enduros sind bereits auf dem Hänger und morgens geht es los Richtung St.Gotthard-Tunnel. Trotz der Schweizer Autobahngebühr für Camper und Hänger ist dies wohl die kostengünstigste Variante. Ausserdem ist der Tunnel nicht so hoch, und ich mag meinem uralten Diesel nicht
zuviel Kletterei zumuten.
Nachdem wir ersteinmal die Kasseler Berge auf der A7 hinter uns haben geht es relativ flott gen Süden. Irgentwo auf der A5 bleibt noch Zeit für ein Mittagessen. An der Schweizer Grenze müssen ersteinmal die Vignetten erworben werden. Die Beschilderung ist verwirrend: soll ich nun in die Gasse für Wohnmobile und hohe Fahrzeuge oder in jene für Wagen ohne Vignette? Zum Glück gehen die schweizer Beamten mit der Verwirrung, die ich stifte, gelassen um. Noch schnell getankt (Diesel ist hier auch nicht biliger) und ab in die Berge.
Gleich wird klar, dass das GPS in den Bergen oft den Kontakt zum Satelliten verliert.
Dazu kommen noch die langen Tunnels hinter denen das Navi sich neu orientieren muss. Es ist von Vorteil, wenn man die Lage der grossen
Städte in etwa kennt, und die Autobahnen auch ohne Navi wechseln kann. Bald ist der Gotthard ausgeschildert. Am Vierwaldstättersee gibt es noch eine kurze Pause und dann nehme ich mit etwas mulmigem Gefühl die Anfahrt zum Tunnel unter die Räder. Der Verkehr wird in PKW und LKW getrennt. Ich entscheide mich für die PKW-Spur (wohl richtig). Zum
Glück bleibt uns ein Stau erspart. Kaum erblickt man Göschenen, ist man völlig unspektakulär im Tunnel. Irgentwie hatte ich etwas markantes erwartet und glaube zunächst gar nicht, schon im Gotthardtunnel zu sein. Aber der Tunnel will überhaupt nicht enden und es wird immer stickiger im Fahrerhaus. Die Temperatur steigt. Der Motor schafft unter Vollast, um den Camper mit Hänger durch die leicht ansteigende Röhre zu ziehen.
Nach langer Zeit spuckt es uns in Airolo aus der Röhre. Leider gibt es keine Gelegenheit anzuhalten und die Südrampe der alten Tremolastrasse zu bewundern. Auf der Gegenfahrbahn steht ein endloser Stau Richtung Norden. Wir erreichen nach kurzer Fahrt Bellinzona und versuchen einen Campingplatz zu finden. Nach einigem Rumgekurve geben wir auf, fahren zurück auf die Autobahn und übernachten auf der Raststätte.
Sonntag 06 August 2006
Anreise nach Oulx, Schnupperrunde

Früh aufgestanden und gefrühstückt machen wir uns wieder auf Tour. Nach einem
kurzen Stück auf der Autobahn wenden wir uns Richtung Locarno, um am Lago Maggiore
entlang zu fahren. Trotz der engen Kurven geht es auf der Uferstrasse flott voran.
Am südlichen Ende des Sees erreichen wir die Autostrada Richtung Genua. Die Orientierung anhand des Navigationssystems ist nicht wirklich zuverlässig. In Italien sind die
Abbiegehinweise des Garmin manchmal nicht so eindeutig zu interpretieren, wie ich es aus Frankreich und Deutschland gewohnt bin. Dabei habe ich noch Ende letzten Jahres ein Update für die Kartendaten eingespielt und die Kreuzungen sind offensichlich nicht grad neu gebaut. Dennoch erreichen wir bald den Autobahnknoten, wo wir Richtung Turin abbiegen. Die Strecke dorthin ist eine einzige Baustelle. Dies bedeutet über Stunden den immerhin 2,3 Meter breiten Camper auf einer schmalen Fahrspuhr zwischen Betonbarrieren zu steuern. Zusammen mit der mageren Ausschilderung eine stressige Übung!

Hinter Turin geht es auf die Autobahn Richtung Bardonecchia und Frejustunnel. Auf den
Schildern steht immer nur Frejus, was irritierend ist, wenn man weiss, wo die Stadt
Frejus liegt. Waren die Mautgebühren bis hierher noch moderat, so wird auf der Strecke nach Bardonecchia mehrmals richtig zugelangt. Am Ende haben wir noch etwa 28 Euro für die italienische Autostrada berappt. Diese verlassen wir nach einigen sehr langen und steilen
Tunnels bei Oulx. Im Tunnel kann ich den Camper bei Vollgas grad noch im 3. Gang bei
etwa 45 km/h halten. Die Temperatur nähert sich der Marke "unangenehm stickig".
Der Camping Gran Bosco bei Salbertrand ist ab der Autobahn beschildert. Wir treffen
gegen 13.00 Uhr dort ein und ergattern einen Platz. Der Camping ist sauber und gut
und hat eine kleines Restaurant. Es gibt viele Endurofahrer, die, wie wir mit Hänger,
oder auch auf eigener Achse angereist sind.
Nachdem die Enduros abgeladen sind, nutzen wir die verbliebenen Stundes des Nachmittags, um die Gegend zu erkunden. Die nächste Tankstelle findet sich gleich in Oulx. Der Ort am Fuß der Ostrampe des Montgenevre Passes hat in der Vergangenheit sicher vom Verkehr über den Pass profitiert, heute ist er eher verschlafen. Gleich hinter Oulx kann man von der SS24 nach rechts abbiegen. Über eine Steinbrücke erreicht man die andere Talseite und das Dorf Amazas.

Von dort windet sich ein ruppiger Schotterweg hinauf nach Soubras. Diese mittelalterliche Häuseransammlung ist wirklich sehenswert. Der Weg geht
durch mehrere Gewölbe unter den Häusern hindurch steil weiter hinauf. Nach ein paar Kehren passieren wir eine Gruppe von Quads. Wenig später beschliessen wir umzukehren, da der Weg nur noch ein Trampelpfad ist und Wenden in diesem Gelände nicht einfach ist.
Die Quads kommen uns hinterher und geben aber auch hier auf.
Auf dem Rückweg wählen wir ab Soubras die gut gepflegte Schotterstrasse über Pierremenaud. Die Abfahrt über die Asphaltstrasse zurück nach Oulx geht mit vielen Kehren durch einen Wald, wo sich heute am Sonntag viele Spaziergänger tummeln.
In Oulx statten wir einem kleinen Pane e alimenti Laden einen Besuch ab und decken uns mit Brot, Salami, Käse und Wein ein. Die Oma, die uns bedient, erträgt geduldig unsere Versuche, ohne Italienischkenntnische einkaufen zu wollen. Um 25 Euro ärmer verstauen wir die 4 Teile im Koffer der XT und sind froh, die Versorgungskrise abgewendet zu haben. Bis auf den Wein war auch alles sehr lecker.
Montag 07 August 2006
Jafferau und Speichenbruch
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Bereits gestern beim Abladen der KTM war mir ein Speichennippel aufgefallen, der auf
dem Hänger lag. Es stellte sich heraus, dass eine Speiche im Vorderrad gebrochen war.
Erstmal hat Bastian die Speiche mit dem Schweizermesser abgesägt, damit diese nicht
das Rad blockieren kann. Nun gilt es eine Werkstatt zu finden. Der nächste KTM-Händler
ist in Briancon in Frankreich.
Nach dem Frühstück geht es also zunächst einmal über den Montgenevrepass nach Briancon. Der Motorradhändler ist schnell gefunden an der Tankstelle an der N94 Richtung Embrun (GPS N44 53.646 E6 37.806).
Bastian hat schnell das Vorderrad ausgebaut und nach kurzer Zeit bekommen wir es mit neu montierter Speiche zurück. Das ganze hat nur ein paar Euro gekostet und der Monteur hat auch gleich alle anderen Speichen durch Kabelbinder zusätzlich gesichert. Diese
Werkstatt kann man wärmstens empfehlen! Wir werden noch öfter hierher kommen. Auf dem Rückweg zum Camping können wir die Festungsanlagen von Briancon bewundern. Trotz des relativ dichten Verkehrs kommen wir flott über den Montgenevre nach Italien.
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Heute wollen wir den Mont Jafferau befahren. Zunächst geht es auf der SS24 Richtung Susa. Hinter Salbertrand steigt die Strasse in 2 Kehren etwas an. Bevor es wieder hinunter nach Susa geht zweigt auch schon links die kleine Asphaltstrasse nach Fenil und Pramand ab. Kurz hinter dem Abzeig Richtung Fenil passiert man ein kleines Fort und erreicht das Dorf Montcellier. Hier beginnt die Schotterstrecke. Das Befahren ist auf eigene Gefahr gestattet.
Zunächst geht es durch den Wald. Irgentwo verfängt sich zunächst unbemerkt ein Holzknüppel zwischen Schwinge und Rahmen der KTM. Nach einer Weile stinkt es heftig nach verbranntem Gummi. Der Knüppel hat an der Kante des Hinterreifens gerieben und ist dort verkohlt. Vom Hinterreifen sind gute 10 mm des Stollenprofils an der rechten Flanke weggefräst. Wir legen eine Pause ein und entfernen den Knüppel.
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Kurz vor dem Abzweig zum Fort Pramand erreichen wir die Höhe von 2000 Metern. Das Fort kann man mit einem kurzen Abstecher anfahren. Höhe 2162 m, GPS N45 03.897 E6 50.462.
Zurück auf der alten Militärstrasse zum Jafferau setzen wir unseren Anstieg fort. Nachdem wir zwei kleine Tunnel passiert haben halten wir vor dem bekannten 850 m langen Tunnel. (GPS N45 04.579 E6 49.560). Die Fahrt durch den Tunnel ist ein Abenteuer der besonderen Art. Der Tunnel hat knapp die Breite eines Geländewagens und man kann nur hoffen, dass einem grad keiner entgegen kommt. Es gibt keine Beleuchtung und das Licht der XT ist wirklich kaum in der Lage der Dunkelheit entgegen zu wirken. Der Tunnel beginnt mit einer Rechtskurve und einer längeren Geraden, dann kommen mehrere Linkskurven mit geraden Stücken dazwischen. Überall kommt Wasser aus dem Fels. Es geht relativ steil bergan und am Boden fliest einem das gesammelte Wasser entgegen.

Wegen der Pfützen lässt sich die Beschaffenheit des Weges nicht ausmachen und man kann nur dem Motorrad freien Lauf lassen, damit es den Weg durch Schlaglöcher und Steine findet. Wenigstens ist es angenehm kühl hier drin. An einigen Stellen, wo der Tunnel plötzlich abknickt sind an den Wänden gelbe Folien befestigt und man ist dankbar, dass man den Verlauf etwas besser einschätzen kann. Kurz hinter dem Tunnel befindet sich die Ruine einer Kaserne, wo einige österreichische Geländewagenfahrer ein kleines Camp aufgemacht haben.
Ein paar Kehren weiter oben bietet sich ein schöner Blick zurück auf die markanten Felsen unter denen der Tunnel hindurchführt. Bald erreichen wir eine Spitzkehre (GPS N45 04.451 E6 48.596), wo ein Weg zum Fort Foens abzweigt. Wir fahren jedoch weiter bergauf zum Col Basset (2598 m Höhe zeigt das GPS an). Die Strasse geht nun immer am Hang entlang recht ausgesetzt Richtung Westen. An einigen Stellen ist der massive Unterbau der zur Versorgung der Artilleriestellungen notwendig war gut zu erkennen. Wir treffen wieder auf Geländewagen. Die Fahrer müssen sehr viel Geduld mitbringen, um sich hier hoch zu quälen, und Glück, dass sie nicht zu oft auf Gegenverkehr treffen. Zwei Fahrzeuge kommen hier nicht aneinander vorbei. Mit der Enduro ist dies alles stressfrei zu fahren.
In einer kleinen Senke bietet sich noch die Möglichkeit zu einer Gebäuderuine abzubiegen. Wir fahren über ein paar ruppige Kehren bis an das Untergeschoß des Fort Jafferau. Für Geländewagen ist hier Schluss und die wenigen Abstellmöglichkeiten sind vollgeparkt. Wir betrachten einige der Stolleneingänge, die in den Berg führen und fahren dann
die letzten Meter hinauf zum Eingang des Forts, wo die ehemalige Zugbrücke fehlt, so dass man ohne Kletterei nicht hinein kommt. (Höhe 2817, GPS N45 05.011 E6 46.079)

Wir legen vor dem Portal eine Pause ein und quatschen mit einem Enduristen aus Berlin. Danach geht es wieder hinunter, zunächst auf dem gleichen Weg bis hinter den Col Basset. In der Spitzkehre nehmen wir dann den Weg Richtung Fort Foens. Der Weg führt idyllisch an der Baumgrenze entlang. Die Höhenunterschiede sind gering. Zwischendurch gibt es einen fahrbaren Ausstieg hinunter ims Doratal. Wir erreichen das Fort und fahren kurz zur Besichtigung hinein. (GPS N45 04.026 E6 45.825).
Vom Platz vor dem Fort führt ein Waldweg weiter nach Westen hinunter nach Bardonecchia. Laut Denzel ist er streckenweise abgerutscht. Wir versuchen es dennoch. Es geht zunächst idyllisch durch den Wald, stellenweise gibt es nur eine schmale Spur. Ab und an geht es mal ein paar Meter rauf und runter. Wir kommen zu der abgerutschten Stelle. Es beginnt mit einer steilen Auffahrt in feinkörnigem Schotter, danach geht es quer über eine Geröllhalde.
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Die Spur ist an einigen Stellen weniger als einen halben Meter breit aber im Grund gut zu befahren. Abrutschen sollte man hier besser nicht, man würde wohl erst ein paar hundert Meter tiefer liegen bleiben. Die eigentliche Schwierigkeit ist, dass man in diese Engstelle fährt, ohne sie überblicken zu können. Wenden könnte man wohl die Enduro hier nicht. Erleichtert stellen wir fest, dass der Weg sich fortsetzt.
Ein Stück weiter gilt es noch eine Baustelle zu passieren, die ebenfalls mit leichten Trialeinlagen garniert ist. Als sich erste Nervösität wegen der zur Neige gehenden Spritvorräte einstellt beginnt der Weg nach Bardonecchia abzusteigen. In zahlreichen Kehren geht es hinab. Unterwegs begegnen wir noch einer Kuhherde. Der Abstieg wir steiler. Wir erreichen die Aspaltstrasse bei Prerichard und tanken in Bardonecchia.
Dienstag 08 August 2006
Assietta Kammstrasse

Der Morgen begrüßt mich mit klarem Himmel. Nur um den Gipfel des Chaberton kräuselt sich ein kleines Wölkchen. Der Jafferau strahlt rot im Licht der frühen Sonne.
Nach dem Frühstück bereitet Bastian noch einen Beutel voll belegter Brote vor, denn wir wollen eine lange Route angehen: die Assietta Kammstrasse.
Gegen 10 Uhr brechen wir auf Richtung Susa. Dort quetschen wir in die kleinen Tanks der Enduros soviel Sprit, wie eben hinein geht. Dann beginnt der Aufstieg auf den Colle Finestre. Dieser ist ab Susa ausgeschildert und leicht zu finden. Es geht zunächst in unzähligen Kehren auf recht gutem Asphalt ein paar hundert Höhenmeter durch dichten Wald hinauf. Wir stürmen förmlich der Passhöhe entgegen. Die Kehren sind so eng, dass man die Maschine sehr weit herunterlegen kann, im Drift rausbeschleunigen, ein Riesenspaß!

Die letzten paar hundert Höhenmeter des Colle Finestre, der dem allgemeinen Durchgangsverkehr dient, werden auf einer breiten Schotterstrasse überwunden. Hier wird gerade gebaut. Wir lassen einen Unimog vorbei, um zum Fotographieren anzuhalten. An der KTM haben sich durch die Rüttelei die Spiegel gelockert. Wir haben nicht das passende Werkzeug, um sie zu justieren. Ein Italiener kommt mit seiner GS vom Pass und hilft aus. Er spricht etwas deutsch und es macht ihm offensichlich Freude seine Hilfe anzubieten. Letztlich kriegen wir das Problem nicht gelöst, weil die Schrauben zu fest verbacken sind.
Wenig später bricht der rechte Spiegel ab. Wir werden nochmals nach Briancon müssen.
Hinter der Passhöhe ist die Südrampe eine schmale Asphaltstrasse. Der Abzweig zur Assietta Kammstrasse ist ein paar Hundert Meter weiter unten. GPS N45 03.670 E7 03.070.
Die Schotterstrasse folgt zunächst dem Hang auf halber Höhe nach Westen. Sie ist in gutem Zustand und ließe sich flott befahren. Es gibt aber eine Geschwindigkeitsbeschränkung, die angesichts der vielen Touristen und Radfahrer, die hier unterwegs sind, auch durchaus berechtigt ist. Es fällt auf, dass sich die meisten deutschen Enduristen sehr rücksichtsvoll bewegen. Italiener und Schweizer sind im allgemeinen stürmischer.
Die Strasse liegt zu weiten Teilen im Naturschutzgebiet. Abzweigende Wege wie z.b. zum Fort Grand Serin sind gesperrt. Nach langer aussichtsreicher Fahrt erreicht man die Testa Assietta. Wir steigen zu Fuß zum Kriegerdenkmal (Höhe 2569 GPS N45 03.893 E6 57.016) welches an die hier stattgefundenden Schlachten erinnert.
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Vom Colle Basset gibt es eine Verbindung hinunter nach Oulx. Hier kämpft sich grad ein Landy rauf. Wir fahren weiter zur Skistation. Hier treffen wir Bekannte vom Camping.
Es gibt einen offenen Weg, der weiter hinauf zu einem Funkmast führt. Wir verzichten auf den Abstecher und fahren hinunter nach Sestriere. Die Strecke weist ein paar idyllische Stellen auf. Immer wieder sieht man aber auch Liftanlagen und Skipisten. Über den gut ausgebauten Colle Sestriere geht es flott hinunter nach Cesana Torinese.
Es bleibt noch Zeit für einen kurzen Abstecher zum KTM Händler in Briancon, um einen Spiegel zu kaufen. Zurück auf dem Camping kommen wir ins Gespräch mit Neuankömmlingen. Sie haben eine interessante Fahrzeugkombination: ein Ford Ranger Allrad Pickup mit Doppelkabine, auf der Pritsche zwei KTMs und auf dem Dach der Kabine ein Dachzelt.
Mittwoch 09 August 2006
Croce de la Mulatierra, Col Sommeiller

Heute werden gleich 2 anspruchsvolle Ziele auf der Tagesordnung stehen.
Zunächst wollen wir versuchen den Col de la Mulatiera anzufahren. Über diesen haben wir bisher keine aktuellen Zustandsberichte bekommen. Man muss also mit Überraschungen rechnen. Abends wollen wir noch zum Col Sommeiller. Wegen der italienischen Ferien ist
dieser bis 17.00 Uhr nachmittags für motorisierte gesperrt. Es wird sich herausstellen, dass dies eine sinnvolle Maßnahme ist, da der Andrang von Wanderern und Mountainbikern doch enorm ist.
Die Zeit am Abend reicht auch allemal für die Tour. Man muss die Italiener anerkennen dafür, dass sie nicht gleich Vollsperrung einrichten, wie es die
deutschen Behörden mit Sicherheit getan hätten. Diese Maßvolle Reglementierung wurde nach meiner Beobachtung auch breit akzeptiert.
Mulatierra
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Als Einstieg habe ich mich für die Skipiste oberhalb des Ortes Melezet entschieden.
Kurz vor 11 Uhr sind wir an der Talstation des Liftes und ich versuche noch mich zu orientieren, als 2 Mountaibiker in irrwitzigem Tempo die grobe Piste, die von rechts in den Parkplatz stößt, heruntergeschossen kommen. Die brauchen fast die Länge des Parkplatzes, um mit blockiertem Hinterrad zum Stehen zu kommen. Na ja, wenn der Platz voller Autos gewesen wäre, wäre die Verzögerung auf kleinstem Raum gelungen :-)
Mit mulmigem Gefühl im Bauch entscheiden wir uns, diese Piste hinauf zu fahren. Etwas zu früh, denn es kommt noch ein Downhiller, der Mühe hat an mir vorbeizukommen, obwohl die Piste an die 3 m breit ist. Zunächst entfernt sich die Piste etwas von der Lifttrasse. Hier kommt uns noch ein schwerer Lastwagen entgegen. Der Fahrer grüßt freundlich, als er sieht, dass wir uns rechtzeitig an einer geeigneten Stelle aus dem Weg machen.
Bereits hier ist der Weg sehr steil und ausgefahren, es gibt aber ab und zu Gelegenheiten ein paar Meter etwas zu entspannen.

Nach einiger Zeit trifft der Weg wieder auf die Trasse des Sessellifts und geht von dort extrem steil nach oben zur Bergstation. Die Piste besteht nur aus groben scharfkantigen Felsbrocken bis etwa 30 cm Größe, die wohl von einem Bulldozer etwas gerade geschoben wurden. Bereits in einer der unteren Kurven gelingt es mir nicht, genügend Gewicht auf das Vorderad zu bringen und gleichzeitig den Vortrieb zu erhalten. Es haut mich auf die Seite. Anfahren geht hier nicht, und die XT antreten auf der schrägen Piste ist wohl auch kein Vergnügen. Also rückwärts runter bis an eine flachere Stelle. Ich bin hier schon völlig fertig, also erstmal verschnaufen.
Der zweite Versuch bringt mich etwa 30 m weiter hinauf, dann liege ich schon wieder im Geröll. Ich stelle die Kiste wieder auf, kann sie aber nicht abstellen, weil sie sofort runterrutsche würde. Während ich noch schwitzend überlege, wie ich aus der wackeligen Lage rauskomme, stürmt eine Truppe von 5 schweizer Huskies an uns vorbei. Ihre Verärgerung darüber, dass ich dort mitten auf dem Weg hänge ist offensichtlich, sagt mir aber nur, dass die offensichtlich auch an der Leistungsgrenze sind und hier nicht anhalten wollen. Irgentwie macht mich das stolz auf die wackere XT, die sich bis hierher durchgeackert hat.
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Inzwischen hat mein Sohn ein Plätzchen entdeckt, wo er die KTM parken kann, und eilt mir zu Fuß zu Hilfe. Er tritt die XT an und mit etwas Schiebehilfe von mir bekommt er
sie tatsächlich angefahren und fährt sie hinauf zu einer günstigen Stelle, wo ich sie übernehmen kann. Ich warte, bis er mit der KTM hinter mir ist und schicke mich an, den
restlichen Anstieg zu schaffen. Nach der Devise: 1. Gang, Vollgas, Gewicht nach vorn und bloß nicht langsamer werden, schaffen wir es tatsächlich zur Bergstation des Sessellifts. Dies ist für mich eindeutig an der Grenze des fahrbaren. Die XT schlägt sich aber wacker. Die 27 PS reichen offensichtlich völlig aus. Und obwohl der schmale Hinterreifen wie wild springt kriegt sie immer noch genug Vortrieb, um einigermaßen das Tempo zu halten.

Der Lift endet unterhalb der La Deletta. Oberhalb des Lifts gibt es wieder einen eher normalen Weg, der zwar steil ist, aber nicht ganz so grobe Steine aufweist. In einer Höhe von 2232 m erreicht man einen Sattel (GPS N45 02.398 E6 42.490), von dem man zum Passo de la Mulatiera hinüber fahren kann. Wir fahren jedoch auf dem schmalen Kamm weiter zum Croce de la Mulatiera (GPS N45 02.207 E6 42.257) und höher bis auf eine Höhe von 2372 m. Der Weg geht weiter zu einer kleinen Liftstation aber wir verzichten auf den Rest.

Nach ausgiebiger Pause in der wir die fantastische Aussicht und die Beschilderung der schwarzen Skipisten bewundern, machen wir uns ganz vorsichtig an den Abstieg. Mit der nötigen Geduld geht es zunächst kontrolliert bis an das obere Ende des Steilstücks, was auf dem Grat hinunter zum erwähnten Sattel führt. Bastian wagt sich mit der KTM zuerst an dieses Stück. Die Piste ist etwas breiter als einen Meter und auf beiden Seiten geht es steil runter. Die Piste selbst ist so steil, dass die KTM bei maximalem Bremsen mit blockierendem Hinterrad immer schneller auf den Sattel zurutscht. Der Auslauf dort ist nur ein paar Meter. Bastian schafft Dank seiner BMX-Akrobatik geschärften Reflexe diesen Abstieg ohne die Kontrolle über die KTM zu verlieren. Offensichtlich stuft er die Schwierigkeit so ein, dass er sich sofort spontan zu Fuss auf den Weg zu mir macht, um auch die XT hinunter zu fahren. Ich bin wirklich dankbar dafür, denn die Vorstellung die Kontrolle zu verlieren und seitlich über die Kante zu stürzen, ist mehr als beängstigend. Der Hinterreifen der XT wird zum Schleppanker, die Gabel fast völlig eingedrückt geht es runter. Alles gutgegangen!

Wir wollen möglichst den Rückweg über die Skipiste vermeiden. Nota bene! Die schweizer Truppe hat offensichtlich auch einen anderen Weg genutzt. Über eine Art Wanderpfad mit kleinen Felseinlagen geht es etwas bergab hinüber zur alten Militärstraße zum Passo de la Mulatiera. (Gabelung N45 02.139 E6 42.486) Dort geht es rechts weiter hinauf. Laut Denzel soll der Weg allerdings kaum befahrbar sein. Angesichts unserer Erschöpfung
wollen wir lieber den Weg nach unten antreten. Zunächst sind wir froh auf holprigem aber soliden Untergrund abwärts zu rollen, aber schon nach kurzer Zeit ereichen wir eine völlig abgerutschte Stelle (GPS N45 02.396 E6 42.709). Auf einer Länge von 20 m fehlt die Strasse. Wanderer haben die Stelle offensichtlich überwunden. Dazu geht es etwa 2 m über Felsstufen hinab, dann ca. 4 m steil schräg den Hang hinauf und eng um eine Fichte herum und wieder am Hang hinab. Auf der anderen Seite steht in der letzten Kurve ein Mercedes G mit österreichischem Kennzeichen. Also muss dies die letzte Schwierigkeit sein, danach ist die Piste autotauglich.
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Die Trialeinlage erscheint uns besser als der Rückweg über die Skipiste. Wieder wird mein Sohn das Fahren übernehmen. Ich stelle mich in den Hang, um aufzufangen, was ich zu halten kriege. Beherzt läßt er die KTM die Felsstufen hinunterhüpfen, dann mit kräftigem Gasstoß den Hang hinauf zu dem Bäumchen. Er kommt auch genau dort zum stehen, allerdings ist es dort noch so steil, dass die KTM beginnt nach hinten zu rutschen. Ich helfe sie halten und um die Äste des Baums herum zu drücken. Von dort kann er sie aus der kritischen Zone fahren. Die Übung verläuft mit der XT ganz ähnlich.
Nach der Trialeinlage rollen wir hinab zur 100 m tiefer gelegenen Punta Colomion (GPSN45 03.131 E6 42.661).
Dort ist eine Bar, die sogar geöffnet ist. Wir ziehen es allerdings vor, unsere Pause in einiger Entferung von den Seilbahntouristen zu machen. Die Pause wird genutzt, um erstmal die völlig nassgeschwitzten Klamotten in der Sonne zu trocknen.
Von Punta Colomion ist man in etwa 20 Minuten zum Dorf Puys hinabgerollt, von wo es auf Asphalt weiter ins Tal geht. Zurück am Camping wird erst einmal gekocht und gegessen. Zum Glück sind wir nicht auf die Öffnungszeiten der Restaurants angewiesen. Wir wollen am Abend ja noch einmal los.
Sommeiller

Gegen 17.00 Uhr machen wir uns auf nach Bardonecchia zum Tanken und dann nach Rochemolles. Ein paar andere Enduristen vom Camping sind schon vor uns los. Am Stausee oberhalb des Dorfes treffen wir sie wieder. Ein kleines Mädchen, welches mit seinen Eltern eine Radtour macht, ist im Schotter gestürzt und sie versuchen zu helfen. Der Vorfall erinnert mich daran, dass ich keinerlei Verbandszeug mit habe. Beim nächsten Urlaub werd ich dran denken.

An der Gabelung zum Rifugio Scarfiotti steht ein Gitter halb über die Straße. Ein Zettel in italienisch und englisch erklärt die zeitliche Beschränkung des darüber hängenden Sperrschildes. Inzwischen ist es halb 6 und wir können unbesorgt weiter hinauf. Das Rifugio liegt auf 2156 m. Über ein paar enge Kehren an einem wunderschönen Wasserfall inmitten grün schimmernder Felsen vorbei erreichen wir die nächste Talstufe bei ca 2500m. Nach einer flachen Passage geht es wieder in Kehren auf die nächste Talstufe bei etwa 2800 m.

Die Piste ist in gutem Zustand und man kommt flott voran. Wie sich zeigt, lohnt es sich aber dennoch vorsichtig zu sein. Da man die Sonne im Rücken hat, sieht man Buckel und Rinnen erst sehr spät. Wer sich hier austobt, erhöht seine Chancen auf einen kapitalen Abflug erheblich. Dies wird klar als Bastian, der vor mir fährt, trotz aller Zurückhaltung urplötzlich die KTM querstellt, hart bremst und dann durch eine ca 70 cm tiefe Rinne fährt, die er erst spät erkennen konnte. Ich bin gewarnt.
Der letzte Anstieg auf die Passhöhe wird etwas ruppiger. Die Kehren sind so eng, das Autos reversieren müssen. Bald stehen wir am Lago Sommeiller. In Richtung Punta Sommeiller gibt es noch eine extrem steile Fahrspur auf einen kleinen Hügel auf dem einige Fahnen wehen. Bastian findet für die KTM einen Weg dorthin. Ich selbst vertraue für die paar Meter lieber meinen Füßen. Oben zeigt das GPS 3037 m Höhe an. Nirgentwo in den Alpen soll es mit einem Fahrzeug (legal) höher hinauf gehen. (N45 07.963 E6 50.766)

Hinter dem Hügel blickt man auf die kümmerlichen Reste des Sommeiller-Gletschers und die Reste einer Liftanlage, die abgerissen wird. Es ist kalt hier oben und wir wollen noch bei Tageslicht ins Tal. Dazu muss zunächst die KTM von ihrer Gipfelposition hinunter. Dann fahren wir mit etlichen Fotostopps wieder hinunter.
Am Wasserfall wollen wir noch die mitgenommenen Brote essen. Dabei stellt sich heraus, das die Evianflasche den Koffer unter Wasser gesetzt hat. Die Aufräumarbeiten dauern etwas. Gegen 21.00 Uhr sind wir wieder am Camping.
Donnerstag 10 August 2006
Ruhetag
Heute lautet der Beschluss: Ausruhen!

Wir nutzen die Zeit, einen Supermarkt zu finden, die umfangreiche Sammlung schmutzigen Geschirrs wegzuspülen, und ausgiebig Pasta zu kochen und zu essen.
Nach dem Mittag mache ich mich auf nach Oulx, um das Städtchen zu besichtigen. Die Geschäfte machen allerdings erst um vier wieder auf, sodaß mir nach einmaligem Ablaufen der nur ein paar hundert Meter langen Hauptstrasse Via Roma (vermutlich auf dem Verlauf der römischen Via Domitia) langweilig wird. Obwohl ich nur im T-shirt unterwegs bin, tuckere ich mit der XT hinauf nach Sauze d'Oulx, wo ich die Via Assietta entdecke. Ich habe weder Karte noch GPS dabei, aber es kann sich nur um einen Quereinstieg zur Assietta Kammstraße handeln. Ich fahre hinauf und bald wechselt der Asphalt mit Schotter.
Ich fahre noch eine Weile und geniesse die Aussicht. Dann beschliesse ich umzukehren. In Oulx haben inzwischen die Geschäfte wieder geöffnet und ich finde einen Buchladen, wo ich tatsächlich eine Wanderkarte bekomme. Bisher hab ich trotz verschiedener Anläufe nirgentwo Karten erwerben können. Die Karte hat leider kein Koordinatengitter. Es wird schwierig werden, sie für die Verwendung mit der GPS-Software zu kalibrieren.
Mangels fremdsprachiger Alternativen kaufe ich einen italienischen Reiseführer.
Freitag 11 August 2006
Parpaillon

Heute weht Ostwind. Es besteht die Chance, dass sich die Wolken über dem Susatal zusammenschieben. Eine gute Gelegenheit nach Frankreich zu fahren. Damit wir nicht schon wieder den Montgenevre unter die Räder nehmen müssen, wählen wir den Col d'Echelle. Dieser liegt etwas nördlich des Montgenevre und bringt uns ebenfalls nach Briancon. Die Strecke ist landschaftlich viel schöner. Die schmale Strasse aber an einigen Stellen recht ramponiert. Die Westrampe ist eher ein bewaldetes Hochtal.
Da wir wieder mal durch Briancon kommen, frage ich in der bekannten Werkstatt gleich mal nach einer Tachowelle für die Yamaha, die hat sich nämlich zwischenzeitlich verabschiedet. Die Welle ist aber nicht am Lager. Nun denn, wer braucht schon einen Tacho auf einer Enduro.

Danach geht es auf der N94 nach Embrun, wo wir uns auf der Suche nach einer Tankstelle erst einmal gründlich verfahren. Anschliessend geht es über Crevoux von Westen auf den Col de Parpaillon. Die Landschaft ist wirklich ungewöhnlich. Spröde, geschichtete Felsformationen wechseln mit Lärchenwald, der durch seinen hellen Farbton eine märchenhafte Stimmung erzeugt. Die Strasse ist teilweise grobschotterig aber gut zu fahren.

Der Pass selbst wird mit einem Scheiteltunnel unterquert (N44 29.458 E6 38.633). Den Sattel selbst kann man mit dem Fahrzeug nicht erreichen. Der Tunnel kann verschlossen werden, weshalb der Pass wohl in der Michelinkarte mit "passage incertain" gekennzeichnet ist.
Heute läßt sich der Tunnel problemlos befahren. Wir haben auch Glück, dass uns in dem einspurigen Tunnel kein Fahrzeug entgegen kommt. Hier oben ist es recht betriebsam.
Im Tunnel gibt es einige lange Pfützen, wo man den Untergrund nicht sehen kann. Der Tunnel ist roh aus dem Fels gehauen und unbeleuchtet. Der Verlauf ist zwar gerade, aber die Neigung ändert sich im Tunnel, so daß man nicht hindurchsehen kann. Er ist etwa einen halben Kilometer lang.

Ohne eigenes Licht ist er wohl nicht zu durchqueren. Auch sollen die Pfützen je nach Witterung sehr tief werden können (bis 50 cm), was sicher
für Autos ein Problem wäre. Für den Motorradfahrer ergibt sich eine besondere Gefahr daraus, dass die Pfützen am Boden eventuell vereist sein könnten (Höhe am Westportal 2643m laut GPS). Von dieser Gefahr abgesehen ist der Tunnel weniger spektakulär als der Tunnel am Jafferau.

Die Ostrampe ist im oberen Teil sehr schmal und nur dürftig gepflegt. Unten gibt es wieder idyllische Lärchenwälder. In La Condamine-Chatelard treffen wir auf die D900. Gleich an der Kreuzung ist ein Restaurant. Das Menu du Jour hat uns vorzüglich geschmeckt. Empfehlenswert und preiswert.
Nach dem Essen fahren wir über den Col de Var nach Norden und biegen ab Richtung Col Valbelle. Diese Schotterstrecke soll uns wieder ins Tal der Durance zurückbringen.

Laut Denzel gibt es eine legal befahrbare Strecke. Wir kommen auch recht weit bis wir schon beim Abstieg in der Nähe der Wintersportstation Risoul auf ein Fahrverbot stossen. Wir sind bereits bis hierher vielen Spaziergängern begegnet. Eine Frau hatte sich trotz unserer sehr rücksichtsvollen Fahrweise aufgeregt. Denen wollen wir nicht noch einmal auf die Nerven gehen.
Nach einigem Studium der Navikarte meine ich, dass es wohl nur bergab geht. So machen wir den Motor aus und rollen leise nach Risoul hinunter.
Die Fußgänger nehmen uns freundlich zur Kenntnis und nach einigen Minuten stehen wir
vor einem Parkplatz auf dem eine Riesenparty abgeht. So unauffällig wie möglich schieben wir die Enduros durch den Trubel, bis wir wieder auf einer offenen Strasse sind.
Von dort geht es hinab nach Guillestre, wo wir ersteinmal Sprit fassen müssen.
Weiter geht es über den Col d'Izoard mit seinen Erdpyramiden und Briancon
Samstag 12 August 2006
Mont Cenis

Der Tag beginnt kalt. Wir wollen in die Region Mont Cenis. Wir fahren zunächst hinunter nach Susa und tanken die Maschinen voll. Dann geht es hinauf Richtung Mont Cenis.
Bereits vor dem Pass biegen wir links in eine Piste ein, die uns zum östlichen Ende der Staudammkrone führt. Der Damm ist befahrbar. Am Westufer des Stausees liegt auf einer Anhöhe das Fort Varisell (GPS N45 13.430 E6 56.387). Die Zufahrt ist extrem ausgewaschen. Wir fahren hinauf und besichtigen das Innere des Forts.

Etwas weiter westlich führt ein oft genannter Weg zum Fort Malamot, der aber inzwischen gesperrt ist. Wir folgen dem Teersträßchen zum Col de Petit Mont Cenis. Abzweige nach Rastu und Mistralet enden ebenfalls vor Schranken. Auf einem dieser Exkurse wirft Bastian die KTM im glitschigen Gras ab. Eine deutliche Warnung, dass diese Feldweg nicht mit Schotterpisten vergleichbar sind. Von diesem Pass, dem die Abfahrt auf der anderen Seite fehlt folgen wir noch einem idyllischen Schotterweg in Tal des Bächleins Savine. Mangels Information über diesen Weg kehren wir jedoch um, als er zu sehr zu einem Wanderpfad wird.

Wir fahren zurück und vollenden die Westumfahrung des Lac du Mont Cenis und kommen auf die französische N6. Bevor diese steil in Kehren nach Lanslebourg abfällt, zweigt links ein Feldweg zum Fort de la Turra ab. Wir können ihn nicht übersehen, da sich grad ein Konvoi belgischer 4x4 Freaks mit ihren fetten Geländewagen herausquält. Wir müssen eine Weile warten, bis alle auf die Strasse eingebogen sind. Einer würgt gleich dreimal seinen Motor ab bei dem Versuch, wieder auf den Asphalt zu gelangen.

Inzwischen fällt leichter Regen. Wir machen uns auf den Weg zum Fort. Zunächst geht es durch Wiesen und Wald, bald wird es steil. Dieser Waldbodenuntergrund wird bei dem Regen sicher bald glitschig. Da wir keine groben Stollenreifen, sondern moderate Enduroreifen mit Strasseneignung drauf haben, drück ich auf's Tempo. Ich fürchte die Rückfahrt könnte unangenehm werden. Zweimal müssen wir ein Viehgatter öffnen und hinter uns wieder schließen. Nicht so einfach auf der steilen Strecke, weil man die Maschine nicht abstellen kann. Für Bastian, der keinen Seitenständer an der KTM hat, ohnehin kein Spaß. Auf dem Weg muß man ein paar Meter durch die Botanik, weil ein herabgestürzter Fels die komplette Fahrbahn verstellt. Weiter oben besteht der Weg nur aus zwei schmalen Spuren mit glitschiger Grasnarbe dazwischen. Wir erreichen das Fort im Nebel (GPS N45 15.836 E6 53.185, Höhe 2492). Es ist sehr kalt. Wir bedauern die Soldaten, die hier Dienst schieben mußten.
Über ein paar morsche Bretter kann man hinein gehen. Die Maschinen lassen wir sicherheitshalber draussen. Die Wolken reissen kurz auf und die Sonne wärmt uns etwas auf. Bald zieht es sich wieder zu und wir machen uns auf die Weg nach unten. Dabei begegnet uns ein deutscher DR650 Fahrer. Er heißt Johannes und wir halten ein kurzes Schwätzchen. Wir sollten ihn noch wiedertreffen.

Diesmal lege ich die XT ins glitschige Grass. Dennoch verläuft die Abfahrt ohne Probleme. Die Reifen greifen besser als ich befürchtet habe. Bald sind wir wieder auf der Passstrasse und schwingen Richtung Italien. Unterwegs beeindruckt nocheinmal die türkise Farbe des Stausees. Knapp oberhalb von Bar Cenisio entdecke ich eine kleine Strasse, die sich in engen Serpentinen ebenfalls zum Pass hochwindet. Diese sieht aus wie eine Strasse, die mir ein anderer Endurist als "Römerstrasse" beschrieben hat. Das muss ich ausprobieren. Die Strasse ist geteert aber in schlechtem Zustand. Nach einiger Zeit kommt man an eine Bar an einem kleinen See. Rechts am See entlang geht sie weiter. Hier liegt der alte Strassenbelag frei. Es sind dicht gepackte Felssteine, die sorgfältig mit einer graden Kante nach oben verlegt sind, so dass sich eine halbwegs ebene Fahrbahn ergibt. Die Ränder haben ein Begrenzung aus glatten Platten. Dies ist der typische Aufbau der italienischen Militärstrassen des 17. oder 18. Jahrhunderts. Nur zu gern würde ich den Verlauf der römischen Strasse über den MontCenisio kennen. kurz hinter dem See beginnt die Strasse in Kehren sich steil hinaufzuwinden. Das Befahren macht auf dem ruppigen Untergrund keinen Spaß. Einer Aussage von anderen Enduristen nach soll die Strasse bis zum Fort Varisell führen.
Wir fahren wieder zurück auf die Staatsstraße und hinunter Richtung Susa. Auf der Fahrt sieht man an vielen Stellen Überreste der
Dampfeisenbahn über den Mont Cenis
Sonntag 13 August 2006
Jafferau und Colomion, die zweite

Heute ist unser letzter Tag im Susatal und wir wollen uns noch ein paar fahrerische Highlights gönnen, da auch das Wetter kalt und diesig ist.
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Zunächst steht eine Wiederholung der Jafferautour an. Unter anderem wollen wir die Durchfahrt durch den Tunnel auf einem Video festhalten. Bastian traut es sich zu, den Tunnel mit nur einer Hand am Lenker und der Kamera in der linken zu durchfahren. Die Anfahrt ist diesmal unspektakulär. Niemand wirft Knüppel in die Speichen. Es entstehen ein paar nette Videosequenzen. Ich versuche auch die markante Felsformation unterhalb des Segurelgipfels mit dem winzigen Tunnelportal auf einem Foto festzuhalten. Wir legen eine Pause an der Ruine oberhalb des Tunnels ein. Bereits am Col Basset wird es richtig kalt. Es weht ein eisiger Wind. Wir fahren noch den Kammweg zwischen den Gipfeln des Vin Vert und des Jafferau entlang und besichtigen die Ruine unterhalb des Forts. Dann beeilen wir uns, die kalte Höhe zu verlassen.

Der Rückweg führt uns wieder über das Fort Foens nach Bardonecchia. Dort beschliessen wir, nocheinmal der Punta Colomion einen Besuch abzustatten. Diesmal wollen wir den Aufstieg über das Fort Bramafan wählen, den wir noch nicht kennen. Der Einstieg liegt zwar etwas vesteckt unter der Eisenbahn, ist aber gut beschildert, da das Fort ein Artilleriemuseum beherbergt. Bis zum Fort schlucken wir kräftig Staub von einer Kolonne PKWs. Oberhalb des Forts führt die Piste sehr steil durch den Wald hinauf. Der erdige Untergrund ist rutschiger als die üblichen Schotterpisten und man ist versucht steile Stellen mit Schwung anzugehen. Hier sind aber sehr viele Spaziergänger und Radfahrer unterwegs. Wir versuchen leise und mit geringer Staubentwicklung hinaufzukommen. Insgesamt ist die Strecke wesentlich weniger anstrengend als die Skitrasse, die wir vor einigen Tagen dort hinauf genommen haben.
Alles zusammen war es eine Runde mit jeder Menge Fahrspaß.
Montag 14 August 2006
Cuneo
Obwohl es im Susatal noch viel zu entdecken gäbe, wollen wir weiter nach Süden, um
noch weitere klassische Westalpenpisten unter die Räder zu nehmen. Mit unserem Gespann nehmen wir zunächst die Ss24 bis Susa um dann dort auf die Autostrada zu wechseln. Die Fahrt rund um Turin klappt gut und wir fahren auf der Autostrada bis Marene und von dort weiter nach Cuneo. Wir irren eine Weile durch die Nachbardörfer auf der Suche nach einem Camping. In San Rocco di Bernezzo fragen wir einen Passanten. Er gibt sich alle Mühe sich verständlich zu machen und so begreifen wir auch ohne Italienischkenntnisse, dass es auch noch ein San Rocco Castagnaretta gibt und dort einen Camping. Wir finden den Platz und ergattern einen schönen Stellplatz.
Hier begegnen wir wieder Johannes, den wir am Fort de la Turra kennengelernt haben.
Wir verbringen einige nette Abende mit ihm.
Dienstag 15 August 2006
Ligurische Grenzkammstraße

Wir haben schon mit vielen über "Die Ligurische" gesprochen. Konditionsraubend und
schwierig soll sie sein. Heute wollen wir es versuchen. Zusatzschwierigkeit: in Italien ist Feiertag, nahezu alle Tankstellen sind geschlossen, Italiener fahren in die Berge zum pique-nique. Wir haben Glück und finden eine offene Tankstelle mit menschlicher Besatzung (kein Automat) in Borgo San Dalmazzo, die einzige, die wir in Italien sehen. Auf dem Weg zum Tende geraten wir in eine Verkehrskontrolle. Der Carabinieri geht um die Enduros herum und sieht die deutschen Nummernschilder. Offensichtlich sind wir nicht seine Zielgruppe. Er läßt sich kurz zeigen, dass die Blinker gehen, und schon dürfen wir weiter. Grazie! Wir fahren durch den Tendetunnel nach Frankreich und dann die alte Tendesüdrampe hinauf. Mit ihren 48 Kehren ist sie optisch ein "Must-See". Zum Fahren ist die Mischung aus Schotter, Teerresten mit Rollsplitt und riesigen Schlaglöchern eher ein Alptraum.

Auf der Passhöhe geht es zu, wie auf einem Bahnhofsvorplatz. Wir wollen schnell weiter. Daher nehmen wir uns auch kaum Zeit für die Besichtigung des Fort Central. Hinter dem Fort nehmen wir den Abzweig auf die "Via Sala" beschilderte Route, die uns zum Fort Taborda bringt. Hier haben sich offensichtlich Menschen niedergelassen. Ein paar Fenster sind eingesetzt, ein Ofen raucht vor sich hin, das Ofenrohr hängt aus dem Fenster und vor dem Eingang sind Blumen in Blumekäasten aufgestellt.
Eigentlich gibt es von hier eine Querverbindung, die aber nicht in meinem GPS ist. Deshalb und wegen der vielen Spaziergänger fahren wir zurück und wählen den Einstieg über die Skistation. Bis dahin zuckeln wir hinter einem Pick-up her, der sich hier hochquält und nicht auf die Idee kommt, uns vorbei zu lassen.

Die Ligurische ist auch nicht schwieriger zu fahren als das bisher erlebte. Da wir die Sache sehr gemütlich angegangen sind, gab es auch kein Konditionsproblem. Bei schönem Wetter ist die Strecke toll zu fahren und bietet sehr unterschiedliche Landschaften und immer wieder fahrerische Herausforderungen. Teilweise ist die Strecke aus der Felswand herausgeschlagen und natürliche ohne Sicherung. Da sie aber breit genug für ein Auto ist, ist das kein Problem, wenn man wirklich langsam fährt.
Es haben uns aber Zeitgenossen überholt, die ihre Gummikuh auf Strassenpneus mit
40-50 über die Felsen prügeln, so daß der Kardan hinten fröhlich in alle Richtungen schwingt wie der Fuchsschwanz an einem Opel Manta. Dabei überholen sie rücksichtslos, ohne sich vorher bemerkbar zu machen andere Enduristen, die sie im Spiegel nicht gesehen haben, weil sie grad mal im Stehen fahren. An diesem Tag waren auch Reiter unterwegs. Die werden begeistert sein, wenn ein Pferd an einem Steilhang scheut, weil ein deutscher Kuhtreiber die Ligurische mit einer Rennstrecke verwechselt.

Nach stundenlanger Fahrt auf eher ruppigem Schotter senkt sich die Strecke unter die Baumgrenze und geht als gute Piste durch Wiesen und Wald. Man kommt an eine Hütte und gleich darauf geht es mit ein paar Kehren auf die französische Seite. Auch hier gibt es wieder sehr unterschiedliche Eindrücke und Trassenbeschaffenheiten. Irgentwann geht es ein längeres Stück durch dichten Wald und man kommt an einen kleinen Platz wo der Austieg Richtung La Brigue in Frankreich möglich ist. Wir fahren hinunter und finden im Tal noch eine schöne mittelalterliche Steinbrücke. Über die Tende-Strasse geht es zurück.
Mittwoch 16 August 2006
Einkaufstag

Das Wetter ist regnerisch und die KTM braucht dringend neue Bremsbeläge. Wir hatten schon mehrfach an Werkstätten angehalten aber alle machen Betriebsferien. Der junge Mann an der Reception des Campings erzählt uns von "seinem" Mechaniker in Cuneo. Er macht alle Marken. Kurz vor 12 Uhr sind wir dort (GPS N44 22.874 E7 32.666). Er hat grad seinen Laden abgeschlossen und sitzt auf seinem Scooter. Offensichtlich wittert er die Kundschaft und spricht uns an. Er sagt, wir sollen um 16 Uhr wieder kommen. Bis dahin würde er die Beläge besorgt haben.
Wir nutzen die Zeit für einen Bummel durch die schönen Arcaden von Cuneo. Es gibt tatsächlich einen Buchladen. Allerdings bekomme ich auch hier keine guten Karten der Region.
Als wir wieder in die Werkstatt kommen, hat der Meister schon einen Satz Original Brembo Beläge bereit liegen. Ruckzuck baut er sie auf dem Gehweg ein und checked auf meine Bitte noch die Bremsflüssigkeit. Das ganze kostet erstaunlich wenig und wir brausen glücklich wieder ab. Wir finden auch endlich einen richtig großen Supermarkt und bunkern noch einmal Vorräte. Abends können wir Johannes, der auf seiner Tour wenig Glück mit dem Wetter hatte, auf eine von Bastian super gekochte Pasta einladen.
Donnerstag 17 August 2006
Maira-Stura und Varaita-Maira Kammstrassen

Trotz schlechten Wetters wollen wir heute das Sturatal und das Mairatal erkunden und die Berge darum herum natürlich auch. Die Anfahrt geht über Demonte. Dort ist grad Markt. Ein Riesentrubel. Wir finden auch eine winzige Tankstelle, wo ein Mädel uns die Tanks nochmal satt auffüllt. Von hier geht ein schmales Teersträßchen ins idyllische Vallone dell Armo. Noch bevor wir den Passo di Rocca Brancia erreichen, sind wir im Wolkennebel.
Aber wir haben Glück. Wir kommen schnell genug voran, um irgentwann über den Wolken zu fahren. Das Tal unter uns ist mit weisser Watte gefüllt. Manchmal scheint richtig die Sonne und wir sehen jede Menge Murmeltiere. Es ist unglaublich schön und einsam hier oben. Wir begegnen niemandem. Nach langer abwechselungsreicher Fahrt geht es die Schlucht der reissenden Maira folgend hinab ins Tal.

Im Tal folgen wir der Sp422 nur ein paar hundert Meter nach Osten, um gleich in die
aus dem Fels gehauene Sp104 abzubiegen und das Tal auf der Nordseite wieder zu verlassen. Nach einer ungeplanten Unterbrechung erreichen wir Elva, wo wir uns erst einmal verfahren. Der Weg führt direkt auf einen Hof und der Bauer erklärt uns, dass weiter oben
gesperrt sei. Wir kehren um und finden doch den richtigen Weg zum Colle Sampeyre.

Oben liegt leider alles in den Wolken. Wir wollen trotzdem die Varaita-Mairastrasse fahren. Bei grad mal 10m Sicht kann man nur ahnen, wie es hier mit guter Aussicht Spaß machen würde. So aber lenkt uns keine Fernsicht vom Blick auf den übel groben Schotter ab.
Diese Strecke verlangt volle Konzentration, obwohl es relativ eben ist. Der Weg ist schmal und rechts geht es steil in die Tiefe. In diesem Nebel bodenlos. Ausweichen? Fehlanzeige. Zum Glück sind wir praktisch die einzigen, die heut hier rumkraxeln.
Irgentwann beginnt die Straße an der Südflanke des Varaitatals hinunter zu klettern. Hier gibt es eine üppige Vegetation mit vielen Blumen. Oberhalb von Valmalla treffen wir auf eine Asphaltstrasse. Mir ist aber nicht klar, dass dies der Ausstieg wäre. So behalten wir die Richtung bei und verlassen bald wieder den Teer, um durch den Wald weiter nach Osten bergab zu kommen. Das GPS verliert ständig den Satellitenkontakt und ich fahre auf gut Glück. Erst kurz vor Busca stosse ich auf die Sp46, die ich aber auch
zugunsten eine kleinen Strasse wieder verlasse. In der Ebene angekommen, braut sich ein Unwetter zusammen, sodass wir uns vom Garmin möglicht schnell nach Cuneo navigieren lassen.
Freitag 18 August 2006
Rückfahrt
Am Morgen brechen wir auf Richtung Heimat. Bis kurz vor Turin fahre ich die Landstraße. Die ist direkter und wenig befahren. Von Turin Richtung Mailand muss ich mich wieder durch die endlose Baustelle quälen. So bin ich froh Richtung Lago Maggiore abbiegen zu können. Wir fahren am Seeufer entlang bis Ascona, dann durch die Tunnels und sind schnell auf der Autobahn bei Bellinzona.
Heute wollen wir noch durch den San Berhardino. Obwohl diese "Autobahn" meist nur 2 Spuren hat, verursachen wir mit dem alten Diesel keinen Stau. Der wenige Verkehr zieht
einfach vorbei. Dann die Überraschung, wegen einer Baustelle gibt es eine Umleitung auf die alte Berhardinostrasse. Ein paar Kehren schaffe ich es den Fiat bei etwa 30 km/h im 2. Gang zu halten, dann sind wir bei 17km/h im 1. Gang und so wird es eine ganze Weile bleiben. Selbst bei dieser Geschwindigkeit brauche ich die ganze Breite der Straße in den Kehren, um nicht noch mehr an Fahrt zu verlieren. Die Kühlschranktür fliegt auf. Bastian versucht während der Fahrt aufzuräumen. Ich kriege dicke Arme vom Kurbeln. Kurz vor dem Tunnel geht es wieder auf die Autobahn. Der Motor glüht. Keine Gnade. Auch hinter dem Tunnel keine Gelegenheit anzuhalten. Wir übernachten in Chur auf dem Camping direkt am Rhein.
In der Altstadt von Chur ist heute Stadtfest.
Samstag 19 August 2006
Zurück
Morgens um 10 sind wir schon in St.Gallen und sammeln meine Tochter auf. Dann geht es zur östereichischen Grenze. Für die paar Meter bis Deutschland ist noch das Pickerl fällig. Wenigstens braucht man keins für den Hänger und es reicht ja die 10-Tages Vignette.
Schnell sind wir auf der A7 und im ersten Stau. Deutschland hat uns wieder. Gegen 7.Uhr abends ist der Urlaub beendet. Ich war selten so geschafft.