Samstag, Mai 06, 2006

Anreise

Auf die letzte Minute haben wir eine sehr günstige Ferienwohnung in Plan de la Tour gebucht. Diesmal wollen wir schnell mit dem Wagen anreisen und die Motorräder auf dem Anhänger mitnehmen. Das Navigationssystem möchte uns über die Schweiz und Italien an die Cote Azur schicken. Ich entscheide mich für die klassische Variante durch die Burgundische Pforte, das Jura und das Rhonetal. Mit 1340 km ist die Route zwar etwas länger aber wahrscheinlich schneller zu fahren, zumal man auf französischen Autobahnen auch mit Anhänger mit 130 km/h unterwegs sein darf. Angesichts des gewaltigen Pensums stehen wir mitten in der Nacht um 3.00 Uhr auf, halb 5 sind wir schon unterwegs. Wir schaffen die Strecke in etwa 14 Stunden. Bei Lyon geht es über eine (für uns bisher unbekannte) Ost-Umfahrung. Ca. 65 Euro fallen an Autobahngebühren an.
Die Wohnung ist nett. Es gibt auch kein Parkplatzproblem mit dem Anhänger, da um diese Zeit nicht alle Wohnungen in der Anlage Odalys belegt sind. Totmüde testen wir noch das Angebot der Pizzaria im Ort.

Sonntag, Mai 07, 2006

Begegnungen


Am morgen geh ich erstmal das nötigste Einkaufen: Pfeffer, Salz, Baguette, Croissants und Kaffeefilter für die Kaffeemaschine. (Die werden wir nicht brauchen, weil die Maschine einen festen Einsatz hat.) Frühstück gibt es auf der Terasse. Das Wetter ist, wie es sich für die Cote Azur gehört. Nach dem Frühstück laufen wir ein paar Supermärkte an, die jedoch in dieser Jahreszeit am Sonntag nicht geöffnet haben. Also fahren wir schnell wieder zurück nach Plan de la Tour und besorgen die Zutaten für´s Mittagessen im Dorfladen. Die Twins sind abgeladen, werden aber heute noch nicht bewegt. Ausruhen und Auspacken ist angesagt.
Von der Terasse beobachten wir einen Gecko, der sich grade umzieht (er häutet sich)

Montag, Mai 08, 2006

Unangenehme Überraschungen

Der Tag ist regnerisch. Nach dem Frühstück fahren wir zunächst nach Port Grimaud in den Geant de la Foux um einzukaufen. Die Franzosen feiern das Kriegsende und arbeiten heute nicht. Der Supermarkt ist trotzdem offen und entsprechend gut besucht. Die zweite unangenehme Erkenntnis nach dem Regen kommt an der Kasse, wo ein kräftiges Loch im Urlaubsbudget entsteht.
Mittags gibt es Fisch mit Pastis flambiert, der herrlich gelingt. Carin hat den phänomenalen Chevre mit Feigenfüllung aus dem Perigor wiederentdeckt. Den gibt es zum Abschluss des Essens.
Am Nachmittag kommt die Sonne heraus und ich mache mich mit der Twin auf in die Berge. Beim Überfahren einer Rinne kracht es heftig. Ich denke, dass ich mit dem Hauptständer aufgesetzt habe und fahre zunächst weiter. Nach einiger Zeit kommt mir das Fahrverhalten der Twin doch arg ungewohnt vor. Ich halte auf einer Bergpiste und stelle fest, dass das Heck ziemlich abgesackt ist. Irgendetwas stimmt mit dem Federbein nicht. Vorsichtig quäle ich mich zurück nach Plan de la Tour. Eine Untersuchung ergibt, dass die untere Verbindung des Federbeins mit den Auslenkhebeln gelöst ist und sich Teile der Federung verkeilt haben. Mit Carins Hilfe baue ich das Federbein aus. Es ist sehr schwierig, den Ausgleichsbehälter um die Benzinpumpe herum zu fummeln. Letztendlich kommt alles raus. Morgen werden wir auf die Suche nach einem Ersatzteil gehen.

Dienstag, Mai 09, 2006

St.Tropez

Nach dem Frühstück fahr ich ersteinmal nach St.Maxime zum freundlichen Yamaha Händler. Der nächste Honda Händler wäre in Frejus, daher versuch ich es zunächst hier. Mit dem Händler habe ich in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gemacht, als ich das Lenkrohr der XT350 verbogen hatte. Der nette ältere Herr nimmt sich auch gleich mein ramponiertes Federbein. Ein Monteur erhält den ehrenvollen Auftrag, das herausgerissene Gewinde nachzuschneiden. Danach kann man zwar alle Teile wieder verschrauben, aber die Verbindung ist nicht vertrauenserweckend. Zu meiner Überraschung zaubert er die Honda Microfiches hervor und kann herausfinden, dass Honda den U-Hebel mit dem herausgerissenen Gewinde nicht einzeln verkaufen würde, sondern nur das komplette Federbein (Ensemble) für schlappe 700 Euro. Das ist auch dem Yamahahändler entschieden zu teuer, mir ebenfalls. Da sich inzwischen Schlangen am Tresen bilden, schlägt der Händler vor, das Teil da zu lassen. Er werde sich bis morgen etwas überlegen. Per Pantomime bedeute ich ihm, er solle notfalls das Gewinde festschweissen.
Wieder zurück, beschliessen wir aus der Not eine Tugend zu machen und mit der funktionierenden Twin nach St. Tropez auf den Markt zu fahren. Da braucht man wenigstens nur einen Parkplatz zu finden. Wir schlängeln uns am Stau vorbei in die Stadt und parken direkt am Marktplatz. Dort bietet ein Händler Ölgemälde an. Die ungespannten Leinwände liegen haufeweise übereinander und man kann darin wühlen. Wir entdecken eine flott hingespachtelte Ansicht von St.Tropez. Später werden wir die Signatur als "Thomas" entziffern und auf die Jagd nach weitere Werken gehen. Dieses erste kleine Ölbild erwerben wir für spontankauffreundliche 38 Euro. Für den Preis wird es gleich noch nach Wunsch mit einem gelben Rahmen versehen (sur place). Die Rückfahrt gestaltet sich etwas stressig, weil die liebste Sozia von allen das Bild balancieren muss.

Am Nachmittag fahren wir noch eine Runde über die Halbinsel. Zunächst geht es über Gogolin nach Gassin, wo wir uns ein Panache im Bello Visto gönnen. In diesem Hotel haben wir früher schon einige schöne Tage verbracht, so zieht es uns immer wieder an diesen genial gelegenen Platz. Von Gassin geht zu den Mühlen von Paillas, wo die Touristen sich vor der restaurierten Windmühle fotographieren. Ein netter Franzose bietet an, mit meiner Kamera zu knipsen, so dass wir auch einmal beide aufs Bild kommen. Durch Ramatuelle fahren wir zum Cap Camarat und bewundern die Blumen in der Nähe des Keuchtturms. Über den Chemin de St. Anne geht es quasi durch die Hintertür direkt zum Hafen von St. Tropez. Ich parke die Twin direkt am Quai vor eine schönen Yacht. Hafen besichtigung und Stadtbummel machen wir zu Fuss.

Mittwoch, Mai 10, 2006

Wieder flott!

Gleich nach dem Frühstück fahren wir voller Optimismus zum Yamahahändler in St.Maxime. Und tatsächlich: das Federbein ist komplett montiert. Er erzählt uns noch, dass die Montage schwierig war, wegen der hohen Vorspannung. Für uns ist er ohnehin der Held des Tages. Für ein paar Euro wird meine alte RD04 wieder flott werden. Daheim auf dem Parkplatz frickeln wir mit vereinten Kräften das Federbein in die Maschine. Kurze Probefahrt: alles o.k.
Nach dem Essen beschliessen wir mit beiden Twins nocheinmal nach St.Maxime zu fahren, weil wir unbedingt noch Lavazza Kaffee brauchen. Den finden wir auch und nutzen die Gelegenheit zu einem Stadtbummel. Dabei entdecken wir in einem Touristenladen weitere sehr schöne Bilder von Thomas. Wegen der grossen Formate verabreden wir mit dem Händler, in ein paar Tagen noch einmal mit dem Wagen vorbeizukommen.
Da nun Kunst ein Thema dieses Urlaubs zu werden scheint, beachten wir auch noch ein Plakat, welches auf eine Galerie in Grimaud hinweist, die Bilder von Jean Claude Tron ausstellt. An der Uferpromeda bummeln wir noch über einen Trödelmarkt, wo Carin, angeregt durch die Echse vor unserem Balkon, einen Lizard erwirbt.

Donnerstag, Mai 11, 2006

Schotter!

In Plan de la Tour ist Markt. Auf dem Weg zum Bäcker erwerbe ich dort ein paar Blumen die weitere sonnige Akzente in unsere Ferienwohnung bringen. Nach dem Frühstück bummeln wir also zunächst einmal über dem Markt vor unserer Haustür uns kaufen frischen Knofi.
Gestern hatten wir in Ste. Maxime ein Plakat einer Galerie entdeckt. Die Galerie war doch in Frejus, oder? Am besten wir setzen uns auf die Twins und fahren noch einmal kurz nach Ste. Maxime, um es ganau zu lesen. Da können wir gleich günstig tanken. Gut, dass wir noch mal nachgesehen haben: die Galerie ist in Grimaud! Eine kurze Tour am Meer entlang bringt uns ins malerische Grimaud. Beim Einparken kommen wir mit einem anderen Motard ins Gespräch, der uns Wein empfiehlt, einen Rose (wie hies er noch gleich?) und einen Rouge, Carte Noire (haben wir schon letztes Jahr entdeckt). Immerhin, wird unser Geschmack bestätigt.


In der Galerie am Place Neuve lassen wir uns sehr beeindrucken von den Bildern von Jean Claude Tron. Leider übersteigen die geforderten 2400 Euro mein Budget. Wir begnügen uns mit einem Poster.
Am Nachmittag mache ich mich mit der Twin auf in die Berge. Im Massiv des Maures gibt es zahlreiche kleine und kleinste Strassen, geteerte und ungeteerte. Manche sind Privatstrassen (voie prive, non ouvert a la circulation public). Diese meide ich, um die Zunft der Motards nicht in Verruf zu bringen. Es gibt aber genug offene Strassen oder solche, die nur bei Feuergefahr per Schranke geschlossen werden.
Die erste schöne Schotterpiste, die unter die Räder der Twin kommen ist der Col des Mines. Es geht stellenweise recht steil den Hang hinauf, vorbei an einem vergitterten Stolleneingang, der zu einer alten Blei- und Silbermine gehört.
Oben treffe ich auf die Piste des Martins, der ich nach Osten folge. Ein Abstecher um eine alte Windmühle herum führt mich zu der idyllischen Ansiedlung Les Gastons und wieder zurück zur D44. Diese überquere ich und folge gleich einer Piste, die über Les Ubacs steil ins Vallon des Pres hinabgeht. Ca. 160 Höhenmeter, die ich mit der schweren Twin wohl bergauf nur mit Schwierigkeiten geschafft hätte.
Über ein malerisches Teersträßchen geht es zurück nach Valauris und Plan de la Tour. Von der D74 biege ich rechts ab und folge einer Piste, die in der Karte als Wanderweg GR51 verzeichnet ist. Der Weg führt durch ein wild-romantisches Bachtal und dann über blanken Fels und kopfgrosse Steine hinauf zum Col de Vignon. Im oberen Teil der Strecke ist es ziemlich zugewachsen. Die Twin wird mächtig heiß. Die Lüfter des Kühlers rauschen ständig. Im ersten Gang ackere ich mich über die Steine. Wenn hier das Vorderrad verspringt, liegt man schnell auf der Seite. Ich lasse es vorsichtig angehen, weil ich keine Lust habe, in der Hitze die 230 Kilo wieder auf die Räder zu stellen.
Oben auf dem Col de Vignon treffe ich wieder auf die D74 und folge ihr Richtung Vidauban. Irgentwann geht es rechts auf eine Piste zum Col des Vaucron. Diese wird nur bei Feuergefahr geschlossen.
Heut ist die Schranke oben. Die Piste trifft nach einiger Zeit auf den Colle Dure, eine wunderbare Kammstraße mit großartiger Aussicht aus über 450 m bis ans Meer. Diese Straße führt hinab zur Piste des Martins. Von dieser Seite ist der Colle Dure als Privatweg gekennzeichent und gesperrt. Nun ja, diese kleinen Ungereimtheiten findet man hier öfters. Es ist jedenfalls nie so richtig klar, wo man fahren darf, und wo nicht.
Ich folge der D72 ein Stück Richtung Vidauban, um dann für viele Kilometer der Piste des Pommiers bis zum Fluß L'Argens zu folgen. Diese Strecke führt mit einigen Abzweigen zu Gipfelpunkten, die zum Verweilen einladen. Wenn man hier oben auf die Welt rundherum herabsieht, spürt man die Schönheit dieser Landschaft erst wirklich.
Über Le Muy und Ste. Maxime geht es flott wieder ins Quartier.

Freitag, Mai 12, 2006

Collobrieres

Heute soll es eine geruhsame Tour zum Eingewöhnen geben. Wir starten die beiden Twins und fahren zunächst runter nach Grimaud und von dort weiter nach Collobrieres. Die Fahrt geht auf kurvigem Sträßchen durch wunderschöne Landschaft. Auf der gegenüberliegenden Talseite liegt die Chartreuse de la Verne, ein aufgelassenes Kloster.

Von Collobrieres aus wollen wir über eine winzige Straße direkt zur Chapelle Ste. Anne. Die Straße geht jedoch nach einigen Kilometern in ein gesperrtes Schottersträßchen über, sodaß wir die D39 nehmen, von der man über eine Kammstraße ebenfalls die Pilgerkirche erreichen kann.
Wir überqueren die Berge nach Norden und fahren die D75 vorbei an Les Mayons. Die Landschaft ist hier parkähnlich. Unter den großen Schirmpinien gibt es kein Unterholz. Die Straße ist in hervorragendem Zustand. Man kann die Twins fliegen lassen. Den Anstieg nach La Garde Freinet erwischen wir bei ungewöhnlich geringem Verkehr und zischen die Serpentinen hinauf. Am Ende sind wir ganz besoffen von der Kurverei.

Samstag, Mai 13, 2006

Samstag

Wir beschliessen, den Samstag ruhig anzugehen und widmen uns nach der Einkauftour im wesentlichen dem Kochen und Essen. Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang durch das Dorf Plan de la Tour. An der zentralen Kreuzung im Ort sitzen alte Männer auf den Bänken und diskutieren die Zeiten. Dies ist offensichtlich eine Institution, wie eine über der Bank angebrachte Tafel erläutert.
Wir besichtigen die Dorfkirche, in der gerade eine Taufe stattgefunden hat. Die Festgesellschaft ist noch auf dem Platz vor der Kirche versammelt. Das Dorf ist voller idyllischer Szenen und die Gärten und Straßenränder lassen wunderschöne Blumen entdecken.

Sonntag, Mai 14, 2006

Traditionen

Gründliches Studium von Plaketen und Anschlägen hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass allerorten an diesem Sonntag irgentwelche Traditionsveranstaltungen stattfinden. Wir versuchen es zunächst in Plan de la Tour. Für 9.30 Uhr ist eine Prozession angekündigt. Vorsorglich finden wir uns bereits etwas früher vor der Ortskirche ein. Es regt sich nichts. Derweil wird in der Kirche der Ortsheilige St.Pons von seinem Sockel geholt. Er soll offensichtlich in der Prozession irgentwohin getragen werden. Gegen 10.00 Uhr zeigt sich ein ständig telefonierender Monsieur. Nach und nach begreifen wir, dass er versucht noch die Teilnehmer für die Prozession zusammenzutrommeln. Von ersten Befürchtungen geplagt, verdrücke ich mich mitsamt meiner Kamera. Tatsächlich werden nun andere Touristen gefragt, ob sie nicht beim Tragen des Heiligen helfen wollen. Am Ende kommen drei Mann zusammen. Der unermüdliche Organisator übernimmt selbst die tragende Rolle von zwei Trägern und der heilige St. Pons macht sich auf den Weg aus dem Ort hinaus. Eine kleine Pferdekutsche ist plötzlich auch noch da und macht die Nachhut.
Später finde ich heraus, vohin die Prozession ging. Dort wird eine Messe abgehalten. Die meisten Teilnehmer sind allerdings per Auto dorthin gefahren. Ich bin froh, dass ich zwar feige, aber immerhin rückenschonend, mich an der Tragerei nicht beteiligt habe.

Wir starten die Twins und fahren nach La Garde Freinet, wo heute die Fete de la Transhumance angekündigt ist. Im Ort ist schon ein spürbarer Menschenauflauf aber sonst nichts auszumachen. Wir parken vor dem Ort und machen uns zu Fuß auf, mehr herauszufinden. Als wir schon fast aufgeben wollen, finden wir in einer Kurve, wo bereits eine Menge Volk versammelt ist, ein Programm. Und da geht es auch schon los: eine Musiktruppe spielt mittelalterlich mit Flöte, Trommel und Drehleier auf. Dahinter folgt eine riesige Schafherde, die mitten durch die Stadt getrieben wird. Am Ende ziehen noch ein paar Pferde und Mulis mit.
Wir fahren nach Ste.Maxime. Dort angekommen hören wir gleich einen Spielmannszug. Die Musiker in Matrosenuniformen ziehen durch die Altstadtgassen und kommen schließlich vor einer Art Wachhäuschen zum stehen. Dort wird allerlei Honoratioren, die nach und nach aus dem Häuschen heraustreten, ein Ständchen gebracht. Am Ende gibt es auch noch ein Ständchen für die, den Zug sichernde, Polizei (la police municipale) und eine offenbar allseits beliebte junge Dame.

Wir schlendern noch über den Markt und finden den Gemäldehändler, den wir bereits aus St. Tropez kennen. Wir entschliessen uns spontan für weitere Einkäufe.
Bei der Fahrt am Meer entlang war uns bereits aufgefallen, dass vor St. Tropez drei Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen. Daher fahren wir am nachmittag noch dorthin, um uns den Rummel etwas näher anzusehen. Letztlich ist die Stadt aber auch nicht voller als sonst und wir machen nur den üblichen Bummel im Hafen und bewundern die Yachten. Auf dem Meer sind einige schöne Segelboote mit Latinersegeln unterwegs. Der große Kreuzfahrer wird auch noch von einem Hubschrauber aus gefilmt. Einige Matrosen scheinen Ausgang zu haben und sitzen im Schatten und lassen die bunte Mischung von "chic'n" Leuten und teuren Autos vorbei passieren. In einer Ecke des Hafen stellen etliche Künstler ihre Werke zum Verkauf. Wir können uns aber angesichts der Preise nicht entschliessen.
Die lokalen Zimmerleute haben eine Austellung zur Erläuterung des Bootsbaus aufgebaut. Nach all dem Trubel sind wir froh mit der Twin am Stau vorbei schnell wieder aus der Stadt heraus kommen zu können.

Montag, Mai 15, 2006

La Fete a Ste.Maxime

Am diesem Montag wird die Ortspatronin von Ste. Maxime gefeiert und wir sind schon am vormittag dort, um den Umzug mitzuerleben. Eine Statue der Heiligen wird zum Hafen getragen. Begleitet wird der Zug von einigen Geistlichen und Honoratioren sowie den musizierden Matrosen, die wir bereits am Vortag beobachtet hatten. Dazu kommt eine grosse Zahl von Schützen, die immer wieder ihre Schwarzpulverbüchsen laden und Salutböller abfeuern. Das ganze macht einen Höllenlärm. Am Ende des Zuges ziehen noch Frauen und Mädchen in Trachtenkleidern. Nach der Zeremonie am Hafen zieht die ganze Prozession kreuz und quer durch die Altstadtgassen, wo alle Geschäfte kleine Tischchen mit dem Bild der Heiligen aufgebaut haben. Manche offerieren den Teilnehmern kleine Snacks und natürlich Wein.
Am Nachmittag treibe ich die Twin wieder über einige kleine Strassen und Pisten in der Nähe. Mein erstes Ziel ist die Ruine der Blei- und Silbermine am Vaucron. Diese ist leicht von der D72 aus zu erreichen. Von der ursprünglich größeren Unternehmung ist nicht mehr viel erhalten. Ein paar Fundamente und einige Stützmauern sind zu erkennen. Der Schacht selbst, der wohl 5-10 m Durchmesser gehabt haben muss, ist mit einem dicken Betondeckel verschlossen.

Der Bergbau war hier nur im 18. Jh. lohnend. Mein Versuch den Vaucron auf dieser Seite hinaufzufahren, um weitere Spuren des Bergbaus zu finden, endet an einem verlassenen Gehöft ergebnislos. Ich kann nicht erkennen, wo sich der Weg fortsetzt. Auch der alte Traktor, der bereits fast vollständig von Pflanzen überwuchert ist, gibt mir keinen Hinweis.
Zurück auf der D72 folge ich dieser nach Vidauban. Unterwegs gibt es noch die Ruinen einer wassergetriebenen Schleiferei.
Von der N7 folge ich den Hinweisen auf den Site megalitique du Tessier, die mich auf die bereits befahrene Piste du Pommiers bringen. Hat man auf dieser Piste lange Zeit keinen Hinweis gefunden und will schon fast aufgeben, so kommt man an einen Kreuzungspunkt. Rechts geht die Piste des Grand Pere ab. Geradeaus geht es auf den Hügel Tessier. Ein weiterer Hinweis auf die megalithische Grabstätte zeigt aber nach links, der Piste du Pommiers folgend. Die Freude ist allerdings nur von kurzer Dauer, denn ab hier findet sich keinerlei Hinweis mehr. Der mythische Ort bleibt ungefunden. Wenn ihn jemand findet, so möge er mir bitte die Koordinaten schicken, damit ich ihn nicht noch einmal verfehle.

Dienstag, Mai 16, 2006

La Bravade a St.Tropez

Aufmerksam geworden durch die vielen aktuell aufgestellten Parkverbotsschilder, wollen wir uns heute die Bravade in St. Tropez ansehen, ebenfalls eine Traditionsveranstaltung mit Umzug, ähnlich der in Ste. Maxime. Bereits am vormittag schlängeln wir uns am Stau vorbei in den Ort und parken die Twin kurz vorm Hafen. Ein Landungsboot der Marine hat am zentralen Quai angelegt. Sonst tut sich noch nichts. Wir bummeln durch die Gassen und gönnen uns einen Kaffee im Cafe de Paris. Am Quai liegt eine Motoryacht mit Heimathafen Düsseldorf und daneben die Fortuna IV mit Heimathafen Saarbrücken. Ich wusste nicht, dass es in Saarbrücken genug Wasser gibt, um so einen Pott dort ins feuchte Nass zu lassen. Na ja, wer's hat....
Ein rechtsgelenkter Fiat 500, der zum Roadster umgebaut ist, verdient Aufmerksamkeit, ebenso wie ein schönes Ford Mustang Cabrio.
In der Nähe des Hotel de Ville hört man Trommeln und Flöten. Eine Truppe, die in Köln auch als Funken rot-blau auftreten könnten, marschiert auf und widmet sich aber dann doch lieber intensiv den Snacks, die vor einem Restaurant ausgelegt sind.

Am Hafen kaufen wir einem Maler ein kleines Ölbild und ein Aquarell ab. Es scheint heute sein erster Verkauf zu sein, denn er läßt mit sich handeln. Da sich weiter nichts regt, kaufen wir uns ein Stück Loup de Mer fürs Mittagessen und bringen ersteinmal die Kunst heim.
Nach dem supergelungenen Mittagessen, für das ich den angebratenen Fisch in Pastis flambiert habe, fahren wir nocheinmal rüber nach St. Tropez, wo mittlerweile die Fete in vollem Gange ist. Man hört das Böllern schon von weitem. Verschiedene Truppen sind aufmarschiert (die Funken und die Matrosen), und ziehen auf der Hafenpromenade auf und ab. Dazwischen Geistliche und rot kostümierte Träger mit der Statue des Hl. Torpes (oder St. Tropez). Immer wieder hält der Tross an und es werden Böller abgeschossen. Nach einer Weile werden die Absperrungen geöffnet und die verschiedenen Truppen ziehen auf unterschiedlichen Wegen durch die Altstadt, wobei immer wieder angehalten wird, um Salut zu schiessen. wir beschliessen, die ohrenbetäubende Szenerie zu verlassen.

Mittwoch, Mai 17, 2006

Hoch hinaus

Eine kleine Erkundungstour führt mich von Plan de la Tour zunächst nach Süden. Das Sträßchen nach Prat Bourdin ist für den Verkehr offen. Rechts am Wegesrand steht ein sog. Menhir, quasi einer von Asterixs Hinkelsteinen. Die Piste führt weiter nach San Peire, steil hinauf. Das Befahren mit dem Motorrad ich nicht einfach, da oft für Autos zwei Betonspuren angelegt sind. Die sind aber relativ hoch und schmal, sodaß es schwierig ist, nicht abzurutschen. Irgentwo soll hier auch noch ein Dolmen sein, ein megalithischer Grabhügel. Ich finde ihn allerdings nicht.
Nach dem felsig ausgewaschenen Anstieg bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf die Bucht von St.Tropez aus ca. 200 m Höhe. Inzwischen bin ich wohl auf einer Piste, die sich Suane nennt. Ich meine, die Strecke wiederzuerkennen. Tatsächlich erreiche ich eine Kreuzung, die ich früher einmal mit dem Rad von Les Mures aus angefahren hab.
Die Fortsetzung der Piste Suane und auch der Rückweg auf der Route, die ich gekommen bin, sind von diesem Hochpunkt aus gesperrt. Ich entscheide mich für eine offene Piste Richtung Norden, die recht ruppig talwärts geht und in einem idylischen Bachtal verläuft. Sie trifft kurz vor Ste. Maxime auf die D74 und sieht von dort aus, wie eine Fabrikeinfahrt.
Die nächste Etape ist eine Verbindung von der D44 zur D75, die in der IGN Karte als GR9 gekennzeichnet ist. Es ist eine breit ausgebaute gut gepflegte Schotterstraße, die ohne große Steigungen verläuft. Man kann sie flott fahren, allerdings ist auf solchen Strecken auch der Gegenverkehr flott unterwegs, das ist dann oft ein Pick-Up mit furchterregenden Bullbars oder ein Traktor mit breitem Gerät. Hinter dem Abzeig nach Grimaud, der inzwischen gesperrt ist, ist die Strecke seit diesem Jahr asphaltiert. Da sie aber nur einspurig ist, ist vorsichtige Fahrweise wichtig. Von La Garde Freinet aus fahre ich ohne Umwege nach Les Mayons. Von dort gibt es eine ungepflegte asphaltierte Strecke ins Massiv des Maures, die sich Cros Mouton nennt. Die Strecke folgt zunächst einem kühlen Bachtal, um dann sehr felsig bis auf den Kammweg anzusteigen. Oben angekommen steht man vor der Situation, dass alle abgehenden Wege gesperrt sind. Wer dies nicht riskieren will, kehrt vorher um.

Donnerstag, Mai 18, 2006

Auf grosser Tour


Das Wetter ist leicht bezogen und daher ideal für eine lange Motorradtour, wo man gern allzu große Hitze vermeidet. Wir machen uns früh auf nach Ste. Maxime und versorgen die Twins mit frischem Sprit.
Das Navigationsystem leitet uns flott über die Hügel und Villenviertel von Ste.Maxime nach La Nartelle, wo wir die Küstenstraße erreichen. Wir folgen der N98 nur bis St.Peire, um dann den Col de Bougnon hinauf zu schwingen und hinein nach Frejus.
Dort fahren wir zunächst an den Befestigungsmauern des römischen Hafenbeckens entlang (Butte St. Antoine) und besichtigen die römische Mole (Lanterne d'Auguste), die heute trocken inmitten der Stadt liegt. Weitere Spuren der Römer sind ein gemauerter Bogen der Thermen (Porte d'Oree) und das Theater und das Aquädukt. Teile des Aquädukts lassen sich über viele Kilometer bei der Fahrt auf der Via Aurelia (heute N7) entdecken. Nordöstlich von La Tour de Mare, ist die Via Aurelia nur noch ein zugewachsener Feldweg, wiederum etwas weiter läßt sie sich jedoch (nur tagsüber) als asphaltierter Forstweg (Route d'Italie) auch heute noch befahren.

Zurück auf der N7 erreichen wir bei La Napoule wieder das Meer und fahren auf der Küstenstraße Richtung Cannes.
Dort findet gerade das Filmfestival statt. Dieses Jahr gibt es einen Spezialpavillion für den Film "The da Vinci Code". Ich fand das Buch schon schlecht, was wird Hollywood wohl aus diesem schlampig zusammengewürfelten Stoff gemacht haben? Ich glaube nicht, daß ich mir den Film ansehen möchte.
Das Filmfestival hat leider Auswirkungen auf den Verkehr. Die sonst 4-spurige Promenade ist auf 2 Spuren geschrumpft und wegen einer improvisierten Mittelabsperrung können wir uns auch nicht überall vorbei schlängeln. Wir stecken im Stau fest. Die Lüfter der Twins versuchen heulend den Kühlern etwas Luft zu verschaffen. Ich leide unter Hitzestau, während Carin interessiert die Kameraleute und das bunte Volk um uns herum betrachtet.
Endlich dem Stau entronnen, erreichen wir Juan-les-Pins und Antibes am Fort Carre. Das schöne Beispiel für Vaubans Festungsarchitektur betrachten wir aber nur aus der Ferne bei einem kurzen Halt am Strand.
Über Cagnes erreichen wir St.Paul. Man sieht die Stadt schon von weitem auf einem Hügel. Die von einer Festungsmauer umgebene Stadt ist Fußgängerzone, und so parken wir die Twins auf einem Motorradparkplatz in einer steilen Straße direkt vor dem Hauptzugang. In St.Paul gibt es jede Menge Galerien und zu unserer Überraschung entdecken wir das Atelier von Leo und Tron. Natürlich gehen wir hinein um weitere Werke von Tron zu sehen. Die Preise scheinen etwas günstiger, vor allem aber werden hier kleinformatige, und damit günstigere Bilder präsentiert. Beim Mittagessen diskutiern wir, ob wir Geld in ein Gemälde investieren sollten. Letztendlich können wir uns aber nicht durchringen. Meine Entscheidung wird nicht zuletzt auch dadurch beeinflußt, daß ich den Eindruck habe, daß Jean Claude Tron sein offensichtlich beliebtestes Sudjet, rote Felder mit blauen Olivenbäumen, reichlich oft in Variationen wieder produziert.
Bei der anschliessenden Weiterfahrt muß ich in Vence eine Vollbremsung hinlegen. Zudem ist die Verkehrführung so vertrackt, daß ich die geplante Route verpasse. Wir verpassen so leider auch eine mögliche Besichtigung der von Matisse gestalteten Kapelle. Na ja, es muss ja auch noch einen Grund für weitere Besuche der Gegend geben...
Über Tourettes geht es weiter nach Pont du Loup, wo wir eigentlich in die Gorges du Loup abbiegen wollten. Leider ist die Straße durch die Schlucht aber wegen Bauarbeiten gesperrt. Somit entgeht uns ein landschaftlich ungewöhnlicher Teil der Rundtour mit dem malerischen Nest Gourdon. Stattdessen statten wir der Stadt Grasse eine kurze Visite ab.
Über St. Vallier geht es nach St. Cezaire. Das Wetter wird inzwischen sonnig heiß und die Kehren immer enger. Über eine abenteuerliche Straße geht es weiter nach Mons. Viele Serpentinen später kommen wir über Seillans nach Bargemon. Viele der Steilhänge sind mit Villen und Gärten bebaut, dazwischen gibt es immer wieder Abschnitte im Wald oder dicht am Fels entlang. Ein Fest fürs Auge und jede Menge Kurven für die Twins.
Inzwischen läßt die Konzentration langsam nach und wir sind froh, flott in die Ebene nach Le Muy zu kommen und von dort zurück ins Quartier.

Freitag, Mai 19, 2006

Ruhetag

Der Himmel ist strahlend blau und der Mistral bläst heftig. Da unsere Vorräte zu Neige gehen, geht es erst einmal nach Port Grimaud zum Einkaufen. Auf dem Rückweg treffen wir kurz vor unserem Quartier an der Chapelle St.Pierre auf einen Kreisel in dem einem LKW die Ladung ausgebrannt ist. Die Feuerwehr ist gerade mit dem Löschen fertig und ist noch mit dem Aufräumen beschäftigt. Die Police leitet abwechselnd den Verkehr über die andere Hälfte des Kreisels.
Wir haben frische Rougetfilets erworben und kochen mal wieder eines unserer "Essen wie Schorsch in Frankreich"-Menüs. Die Fische kurz angebraten und mit Pastis flambiert, dazu Pellkartoffel und grünen Spargel. Als Wein haben wir einen Picpoul de Pinet vorgekühlt. Anschliessend gibt es noch Tarte au Pommes von lokalen Bäckermeister.
Am Abend machen wir noch einen Spaziergang um Plan de la Tour bei dem sich wieder einmal reichlich idyllische Fotomotive anbieten.

Samstag, Mai 20, 2006

Markt in St.Tropez

Heute fahren wir zunächst mit einer Twin nach St. Tropez hinein. Der Markt ist am Place de Lycee. Wir kommen schnell dorthin und finden auch noch ein Plätzchen zwischen all den Rollern, wo wir die Twin direkt am Markt parken können. Der Markt bietet wie immer viel buntes. Anschliessend bummeln wir noch durch einen Töpferladen in einer der engen Gassen und zum alten Hafen, wo das inzwischen schon fast obligatorische Defile entlang der von Künstlern hier präsentierten Gemälde absolviert wird.
Wir treffen auch wieder den Maler Arno, bei dem wir bereits ein Ölbild erstanden haben, und kommen ins Gespräch. Wir erzählen ihm, dass uns das Bild von ihm immer besser gefällt, je länger wir es in unserer Wohnung haben und betrachten, und dass wir gern noch etwas ähnliches hätten. Er schickt seine Frau, die gerade vom Markt kommt, ein entsprechendes Werk aus seinem Wagen zu holen, der irgentwoanders geparkt ist. Nach einer ganzen Weile kommt sie mit einem Bild von Ramatuelle zurück. Wir entschliessen uns nach einiger Überlegung zum Kauf.
Der Transport des Bildes erweist sich als etwas schwierig, da es nicht in den Koffer der Twin paßt, und da inzwischen heftiger Mistral weht, so daß ich vorsichtig fahren muß, damit es Carin nicht vom Soziussitz fegt.
Da wir nun schon einmal wegen des Bildertransports daheim sind, kochen wir zunächst und fahren dann noch einmal, um Einkäufe zu erledigen, nach Port Grimaud in den Supermarkt.
Abends marinieren wir noch Rindfleisch, welches wir übermorgen in einen provencalischen Schmortopf verwandeln wollen, sozusagen unser Versuch in regionaler Küche. Mal sehen, wie es wird.

Sonntag, Mai 21, 2006

La Garde Freinet

Es ist sehr heiß und wir wollen das Fort in Garde Freinet besuchen. Damit wir dort nicht in schweren Motorradkombis rumklettern müssen, fahren wir die paar Kilometer mit Wagen an. Man kann oberhalb von Garde Freinet in der Nähe des Kreuzes Croix du Maures parken. Vom Parkplatz geht ein Weg mit leichten Kraxeleinlagen zunächst hinauf zum Kreuz.
Von dort geht man durch eine Senke, um anschließend zum Fort hinauf zu steigen. Der genaue Ursprung des Fort ist mythenumwoben. Archäologisch gesichert ist, dass hier im frühen Mittelalter eine Siedlung, der Vorläufer des heutigen Garde Freinet, genannt castrum freixanet, war. Die noch erkennbaren Befestigungen dieser Siedlung, besonders ein aus dem Fels geschnittener Graben, der auch heute noch z. T. mit Wasser gefüllt ist, sind überaus eindrucksvoll. Hinzu kommt noch die extreme Gipfellage mit Aussicht bis an die Alpen. Die Siedlung wurde dann von ihren Bewohnern verlassen, die das heutige Dorf auf dem Paß zwischen Grimaud und Le Luc gründeten.
Nach der durchaus anstrengenden Wanderung wollen wir schnell an die eigenen Kochtöpfe. Wir geraten allerdings mitten in ein Radrennen, so daß wir sehr vorsichtig fahren müssen.
Anzumerken ist wohl, daß unser Filet Mignon mit Capellinis in Sauce mit Zitronenschale auch ohne den Hunger durch die Wanderung hervorragend geschmeckt hätte.
Nach entsprechender Ruhepause und einem Kaffee mit Erdbeertorte, machen wir noch eine kleine Wanderung im Ort. Mit der IGN-Karte in der Hand versuchen wir eine dort eingezeichnete römische (romanische?) Brücke zu finden. Wie lange wir auch in den Weinfeldern herumkrauchen, wir finden einfach keinen Zugang zu dem Tal des kleinen Baches, den die Brücke überquert. Alles ist mit Gestrüpp oder Schilf derart dicht zugewachsen, dass man auch nicht den kleinsten Hinweis auf die Brücke finden kann. Wir kehren unverrichteter Dinge zurück. Dort werte ich die Aufzeichnungen des GPS aus und wie ich schon vermutet hatte, war ich keine 10 m von dem in der Karte angegebenen Standort der Brücke entfernt.

Montag, Mai 22, 2006

Citadelle

Morgens fahren wir mit den Twins nach St. Tropez hinein. Wir machen einen Bummel durch den ältesten Teil der Stadt und fotographieren in den idyllischen Gassen. Wir statten dem inneren der Kirche einen Besuch ab. Carin ist vom Anblick des dort ausgestellten Bootes mit der Figur des enthaupteten St. Torpes echt abgeschreckt. In der Kirche ist leider das fotographieren nicht erlaubt.
Anschliessend erklimmen wir den Berg hinauf zur Citadelle. Bereits unterwegs kann man den Ausblick über die Stadt und den Hafen geniessen. Vor dem Hafen liegt ein 5-mastiges modernes Kreuzfahrtsegelschiff vor Anker. Der Rundgang durch die Citadelle ist schön, am eindrucksvollsten ist jedoch die Aussicht von dort. Eine Reihe von Pfauen haben wohl hier ihr Quartier. Einige sitzen in den Bäumen, einer posiert aber wunderbar vor unserer Kamera.
Wieder zurück werfen wir ersteinmal den Herd an, da unser provencalische Schmorfleisch ja einige Stunden braten muss. Als alles friedlich vor sich hinköchelt, nutze ich die Zeit noch für eine kurze Runde um Grimaud. Ein Abstecher in ein Seitental auf dem Chemin de Rascasse erweist sich zwar am Ende als Sackgasse, die Landschaft ist aber ausserordentlich idyllisch. Die in früheren Jahren immer offene Schotterpiste vom Chemin des Vernades hat jetzt ein Sperrschild, schade! Anstatt der D558 nach Garde Frenet zu folgen, kann man aber immer noch das alternative alte Sträßchen nehmen.
Von der D75 aus finde ich einen Doppelabzweig. Einer ist bis 8 Tonnen frei, der andere bis 15 Tonnen. Ich entscheide mich für die 8 Tonnen Seite. Es geht zunächst auf Asphalt zwischen vielen Villen durch später auf Schotter steil bergab, immer zwischen schönen Wohnhäusern. Wer hier wohnt braucht Allrad. Nach einer Schleife komme ich von der 15 Tonneseite her wieder an den Ausgangspunkt. Anders herum wär es mit der schweren Africa Twin wohl schon etwas akrobatisch.
Ach ja, das Schmorfleisch war fantastisch.

Dienstag, Mai 23, 2006

Petriache

Wir müssen dringend einkaufen und wollen nach Port Cogolin in den Geant. Carin schlägt mit dem Wagen die Route über Ste. Maxime ein, um die vielen Kurven auf der D44 zu vermeiden. Mir schwant übles. Kurz vor Ste. Maxime hängen wir bereits an einer Baustellenampel. In der Stadt kommt es noch schlimmer. Ab dem Kreisel, der in die Av 8 Mai 1945 führt, geht nix mehr. Wir stecken fest. Nach etwa 10 Minuten haben wir links den kleinen Paktplatz des Champion, den wir zum wenden nutzen. Wir sind allerdings nicht die einzigen, die aus der Stadt raus wollen. Im stop-and-go kämpfen wir uns voran. Die Baustelle auf dem Weg zurück nach Plan de la Tour kostet uns weitere 4 Ampelphasen. Man sollte hier einfach nie auf 4 Rädern unterwegs sein! Die ganze Aktion dauert über eine Stunde.
Dann also doch über den Berg zum einkaufen. Ich übernehme die Navigation und wir schleichen uns von hinten an das Geant an. Nur ein kurzer Stau, den wir noch zum Weineinkaufen im "Petit Village" unterbrechen. Zum Mittag wird es frischen Fisch geben.
Da das Wetter heute ziemlich bedeckt ist, wollen wir den kleinen Berg gegenüber, Petriache, besteigen. Von unserem Fenster aus sehen wir immer auf eine Piste, die dort hinaufführt und die uns zu steil zum befahren erscheint. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg, der wirklich sehr steil ist. Die Schuhe finden nicht einmal sicheren Halt im Schotter. Ich habe gelesen, dass es hier 2 mittelalterliche und 2 bronzezeitliche Wohnstellen gibt, und die ungefähre Position im GPS gespeichert. Leider hat die Karte in dem ortsgeschichtlichen Buch kein Gitter, so dass die Koordinaten nicht genau sein können. Als wir in der Nähe des einen bronzezeitlichen Funds sind, versuche ich die Stelle zu finden. Ich kann aber weder Besiedlungsspuren, noch Hinweise auf archäologische Aktivitäten entdecken. Die Piste führt auch dicht an einem der mittelalterlichen Funde vorbei. Mit etwas Phantasie meine ich hier Reste von Mauern zu sehen. Die beiden andern Positionen bleiben unerreichbar im Unterholz verborgen.
Oben geniessen wir die Aussicht über Plan de la Tour und bis ans Meer. Etwa 250 Höhenmeter haben wir erklommen und das war mächtig anstrengend trotz der gnädigen Witterung. Inzwischen scheint auch wieder die Sonne. Zun Glück steht sie schon tief, und es wird nicht allzu heiß. Wir gehen auf dem Kamm weiter nach Osten. Dann entdecken wir einen einspurigen Fußweg, der aus dem Tal zu kommen scheint. Bei genauem Hinsehen ist es kein Fußweg, sondern ein Endurotrail. Jedenfalls nehmen wir den Weg hinunter. Nach einer Weile kommen Zweifel auf, ob wir wohl wieder hinaufsteigen müssen, keine angenehme Vorstellung. Der Weg scheint sich in ein Zwischental zu ziehen und am gegenüberliegenden Hang erkenne ich die Piste des Col de Mines. Das Tal ist allerdings tiefer als angenommen, so daß wir zur Piste werden aufsteigen müssen. Unten im Tal war wohl auch eine Mine. Wir kommen über eine Schutthalde aus grauen Steinen. Der Weg hinauf zur Piste führt an 2 Stollenlöchern vorbei. Wie hier jemand Motorradspuren gelegt hat bleibt mir ein Rätsel. Offensichtlich kann man mit entsprechender Übung Steigungen fahren, die mir unbefahrbar erscheinen. Der Rückweg über die Piste des Col des Mines zieht sich hin. Insgesamt sind wir 2 Stunden unterwegs.

Mittwoch, Mai 24, 2006

Cogolin

Heute ist Markt in Cogolin. Wir fahren mit den Twins dorthin. Die Parkplatzsuche gestaltet sich, nun ja, unübersichtlich. Cogolin ist bekannt für seine Pfeifenproduktion. Die Manufakturen haben Schaufenster, durch die man den Arbeiterinnen zusehen kann. Gleich nebenan gibt es eine Fabrikation von Blättern für Klarinettenmundstücke.
Der Markt ist anders als in den touristisch geprägten Küstenorten. Man findet andere Händler und Waren, mehr Araber. Es gibt auch wieder einen Stand mit Gemälden. Obwohl ein paar sehr schöne dabei sind, will ich mein Budget nicht weiter belasten.
Wir machen noch einen Stadtbummel und trinken einen Kaffee in der Bar im Hotel Coq. Auf der Rückfahrt kommen wir an einem Flohmarkt vorbei. Wir bummeln drüber und bestaunen den alten Trödel.
Am Abend fahren wir eine Runde über Ste.Maxime, am Meer entlang nach Ramatuelle, weiter nach Croix Valmer, Cavalaire und Rayol. Über den engen Col du Canadel geht es zurück. Eine Runde mit viel Wald, herrlichen Fernsichten auf die Inseln vor Hyeres und vielen Kurven.

Donnerstag, Mai 25, 2006

Plan de la Tour

Donnerstags ist Markt in Plan de la Tour. Carin probiert einen Rock an, aber ich finde, er steht ihr nicht besonders gut. Wir kaufen ein paar eingelegte Oliven und frischen Knofi an einem dieser typisch provencalisch dekorierten Stände. Beim Zählen der Münzen zählt die Marktfrau plötzlich auf holländisch!! Verrückte Welt.
Die Entdeckung des Tages ist ein echter italiänischer Pastastand, wo wir mit Riccota und Zitrone gefüllte Teigtaschen kaufen und ein Stück sehr guten Parmesan, das ganze für Otte e Venti. Die Pasta gibt es gleich mittags zusammen mit Steak und Tomatensalat mit viel Basilikum, ein Traum!
Die große Eidechse, die wir am Beginn des Urlaubs oft beobachtet haben, hatte sich einige Tage nicht sehen lassen. Nun ist sie wieder da.
Am Nachmittag setzen wir uns an die Kreuzung Les Quattre Chemins und fotographieren wilde Scooterfahrer. Zum Sprechen des echten Plantourian, wie es das Schild über uns nahelegt, reicht es bei uns leider nicht. Im Ort ist bereits die Zieleinfahrt für eine Rallyveranstaltung aufgebaut. Die Läufe zur französischen Rallymeisterschaft, werden am Samstag und Sonntag jeweils von Plan de la Tour aus ausgetragen. Leider werden wir dann schon wieder auf dem Heimweg sein.
Den Abend geniessen wir mit Wein und Käse und knipsen noch ein paar Rollerfahrer, die in dem Stück Brachland vor unserer Terasse täglich rumprotzen. Die Sonne senkt sich. Ein paar Dutzend Schwalben ziehen ihre Kreise, wie jeden Abend. Sobald die Talsohle in den Schatten der Berge kommt, beginnen auch kleine Fledermäuse ihre Jagd.
Ein schöner Abend! Morgen werden wir packen müssen.

Freitag, Mai 26, 2006

Verladen

Der Tag wird ausgefüllt sein mit packen und verladen. Solange noch der Parkplatz im Schatten liegt, verzurren wir die Twins auf dem Hänger. Danach noch kurz in den Supermarkt, ein paar Kleinigkeiten besorgen, den Kabelsalat ordentlich verpackt, Technik und Kleidung kann schon ins Auto, damit wir morgen nur noch Notebooks, Kameras und Lebensmittel tragen müssen.
Zwischendrin bleibt noch Zeit einige Rollerakrobaten zu knipsen und einen Eichelhäher im Flug abzulichten.
Im Dorf sind die Vorbereitungen für die Rally morgen bereits im Gange.

Samstag, Mai 27, 2006

Rückfahrt

Das Auschecken verläuft problemlos. Hinter dem Haus treffen sich die Transporter und laden die Rallyfahrzeuge von den Trailern. Schade, dass wir diesen Event nicht miterleben können.
Halb zehn sind wir bereits unterwegs. Staufrei und bei bestem Wetter geht es mit hoher Geschwindigkeit über die französische Autobahn. Mit dem flotten vorankommen ist es natürlich vorbei, sobald man nach Deutschland hineinkommt: Dauerüberholverbot für Gespanne auf der A5! und Baustellen. Deutsche Verkehrspolitik kann einen nur zornig machen.
Ab Franfurt regnet es in Strömen. Der Alltag hat uns wieder.